Politik

Teuerungsrate bei 10,4 Prozent Spanien will Inflation mit Reichensteuer bändigen

Eurobanknoten liegen auf einem Tisch.

Auch Spanien kämpft - als Folge der Corona-Pandemie und des Kriegs in der Ukraine - mit einer steigenden Inflation.

(Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dp)

Die Inflation in Spanien ist so hoch wie seit Mitte der 80er nicht mehr. Die Regierung stützt die Bevölkerung mit Maßnahmen wie kostenlose Verkehrsmittel oder subventioniertes Benzin. Ein neues Gesetz soll nun befristet eine Steuer auf die "großen Vermögen" ermöglichen.

Die spanische Regierung will ab kommendem Jahr vorübergehend das reichste Prozent der Bevölkerung zusätzlich besteuern, um die Maßnahmen zur Inflationsbekämpfung zu finanzieren. Es sei wichtig, dass "wir die Hilfen finanzieren können", die zur Unterstützung der "Mittelschicht und der Arbeitnehmer" eingerichtet wurden, sagte Finanzministerin María Jesús Montero dem Fernsehsender La Sexta.

Die Regierung werde zwei Jahre lang eine Steuer auf die "großen Vermögen" Spaniens erheben, die "nicht mehr als ein Prozent" der Bevölkerung betreffen, sagte Montero weiter. "Wenn wir über reiche Leute sprechen, sprechen wir über Millionäre", fügte die Ministerin hinzu. Zur Höhe des Steuersatzes oder der Steuereinnahmen machte sie keine Angaben.

Die spanische Regierung unter dem sozialistischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez hatte im Juli bereits einen Gesetzentwurf zur Einführung einer befristeten Steuer für Banken und Energieversorger vorgelegt, um Maßnahmen zur Senkung der Lebenshaltungskosten zu finanzieren. Die Regierung hat mehrere Maßnahmen ergriffen, um Bürger angesichts der steigenden Preise zu entlasten. Dazu zählen kostenlose öffentliche Verkehrsmittel, Stipendien für Studenten und subventioniertes Benzin.

EZB erhöhte Leitzins

Auch Spanien kämpft - als Folge der Corona-Pandemie und des Kriegs in der Ukraine - mit einer steigenden Inflation. Die Inflationsrate liegt seit Juni im zweistelligen Bereich und erreichte im August 10,4 Prozent. Damit ist sie so hoch wie seit Mitte der 1980er-Jahre nicht mehr.

Die EZB stemmte sich Anfang August mit dem größten Zinsschritt seit Einführung des Euro-Bargelds 2002 gegen die Rekordinflation im Euroraum. Die Währungshüter um EZB-Chefin Christine Lagarde beschlossen, den sogenannten Hauptrefinanzierungssatz um einen Dreiviertel-Prozentpunkt auf 1,25 Prozent zu erhöhen. Die Währungshüter reagieren auf die ausufernde Inflation, die zuletzt mit 9,1 Prozent einen Höchststand erreichte.

Die Volkswirte der EZB gehen für das laufende Jahr nun von einer durchschnittlichen Teuerungsrate in der Euro-Zone von 8,1 Prozent aus, wie die EZB mitteilte. Noch im Juni lautete die Prognose auf 6,8 Prozent. 2023 werde die Inflation dann voraussichtlich bei 5,5 (Juni-Prognose: 3,5) Prozent liegen und 2024 dann auf 2,3 (Juni-Prognose: 2,1) Prozent sinken

Quelle: ntv.de, lve/AFP

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