Politik

Strahlungssensoren beschädigt Arbeiter in Atomkraftwerk durch Beschuss verletzt

2022-08-05T125842Z_1346383042_RC2LPV9MYUGL_RTRMADP_3_UKRAINE-CRISIS-ZAPORIZHZHIA-NUCLEAR.JPG

"Jegliche militärische Feuerkraft, die auf die Anlage gerichtet ist oder von ihr ausgeht, wäre ein Spiel mit dem Feuer", warnte der Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Organisation, Grossi.

(Foto: REUTERS)

Die Kampfhandlungen in der Ukraine machen vor Europas größtem Kernkraftwerk nicht Halt. Jetzt wurde ein Arbeiter bei einem Granattreffer auf ein Atommülllager verletzt. Zudem wurde die Überwachungstechnologie beschädigt. Radioaktive Strahlung könnte nun unbemerkt austreten.

Beim russischen Beschuss des größten europäischen Atomkraftwerks Saporischschja ist ukrainischen Angaben zufolge ein Arbeiter verletzt worden. Der Vorfall habe sich am Samstagabend ereignet, teilte der staatliche Energiekonzern Energoatom mit. Das Trockenlager des Kraftwerks, in dem 174 Behälter mit abgebrannten Brennelementen unter freiem Himmel gelagert werden, sei von Raketenangriffen getroffen worden, wie das Unternehmen über den Nachrichtenkanal Telegram mitteilte. Der Arbeiter sei durch Granatsplitter verletzt und ins Krankenhaus gebracht worden.

"Drei Strahlungsüberwachungssensoren rund um das Gelände des Kernkraftwerks Saporischschja wurden beschädigt", hieß es weiter. "Daher ist eine rechtzeitige Erkennung und Reaktion im Falle einer Verschlechterung der Strahlungssituation oder des Austretens von Strahlung aus Behältern mit abgebrannten Brennelementen noch nicht möglich."

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte eine stärkere internationale Reaktion auf den russischen "Nuklearterror". Während eines Telefongesprächs mit dem Präsidenten des Europäischen Rates, Charles Michel, forderte er Sanktionen gegen die russische Atomindustrie, wie der ukrainische Staatschef auf Twitter schrieb.

"Spiel mit dem Feuer"

Der Beschuss von Saporischschja alarmierte die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA). Generaldirektor Rafael Grossi warnte vor der Gefahr einer Nuklearkatastrophe, die die öffentliche Gesundheit und die Umwelt in der Ukraine und darüber hinaus bedrohen könne. "Jegliche militärische Feuerkraft, die auf die Anlage gerichtet ist oder von ihr ausgeht, wäre ein Spiel mit dem Feuer, mit möglichen katastrophalen Folgen", erklärte Grossi. Eine Gefährdung der Sicherheit von Saporischschja müsse "um jeden Preis" vermieden werden.

Am Freitag nahm Energoatom einen der sechs Reaktoren vom Netz, nachdem eine für den Betrieb wichtige Hochspannungsleitung durch Artilleriebeschuss beschädigt worden war. Die Ukraine und Russland wiesen sich gegenseitig die Verantwortung für den Beschuss zu und beschuldigten einander, eine Nuklearkatastrophe zu riskieren. Nach Angaben von Energoatom trat bisher keine Radioaktivität aus.

Energoatom und die IAEA, die an die Vereinten Nationen (UN) berichtet, hatten bereits wiederholt eine Beeinträchtigung der Betriebssicherheit von Saporischschja durch militärische Handlungen beklagt. So war der Zugang der IAEA zu Fernüberwachungssystemen mehrmals unterbrochen worden.

Quelle: ntv.de, mbo/rts

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen