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Rechte Verschwörungstheorien Staatsschutz prüft Vorwürfe gegen Hildmann

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Hildmann auf einer Demo gegen die Corona-Maßnahmen in Berlin.

(Foto: imago images/Stefan Zeitz)

Kochbuchautor Attila Hildmann wettert gegen die Corona-Maßnahmen und verbreitet antisemitische Verschwörungstheorien. Daraufhin gehen zahlreiche Beschwerden bei der Polizei ein. Nun nimmt Brandenburgs Staatsschutz den 39-Jährigen genauer unter die Lupe.

Der brandenburgische Staatsschutz prüft bereits seit Mai Aussagen des Kochbuchautors und Corona-Skeptikers Attila Hildmann. Das gab die Polizei am Morgen auf Twitter bekannt. Demnach erhielten die Beamten in den vergangenen Tage viele Hinweise im Zusammenhang mit Hildmann. Der 39-Jährige war in den vergangenen Wochen mit Verschwörungstheorien zum Coronavirus in Erscheinung getreten.

Das LKA werde seine Ergebnisse der für solche Fälle zuständigen Staatsanwaltschaft in Cottbus übergeben, sagte ein Sprecher. Dort werde dann entschieden, ob ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird. Üblicherweise geht es in solchen Fällen um den Verdacht der Volksverhetzung.

Wie der "Tagesspiegel" berichtet, fällt Hildmann in den sozialen Netzwerken auch immer wieder mit antisemitischen Äußerungen auf. Demnach schrieb er im Messengerdienst Telegram, "Zionisten" seien ein "Judenstamm", der versuche, "die deutsche Rasse auszulöschen". Im Vergleich zu Angela Merkel sei Hitler "ein Segen" gewesen. Zudem postet der Vegan-Koch regelmäßig Umfragen, in denen er seine 60.000 Abonnenten beispielsweise fragt, ob es eine "jüdische Weltverschwörung" gebe oder wer den Holocaust "finanziert" habe.

In der Vergangenheit trat Hildmann auch auf Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen in Erscheinung. Dabei griff er in seinen Reden Gesundheitsminister Jens Spahn und Microsoft-Gründer Bill Gates an und warnte vor einer "Impflobby". Wirtschaftlich hatten die Äußerungen bereits Konsequenzen für Hildmann. Zahlreiche Supermärkte haben seine Produkte aus dem Sortiment genommen. Der Becker Joest Volk Verlag, der mit Hildmann zusammen gearbeitet hatte, sprach von "unerträglichen Äußerungen" und distanzierte sich von ihm. Man werde dem Autor "auf all unseren Auftritten keinerlei Plattform mehr" bieten. Es werde geprüft, ob Verträge gekündigt werden könnten.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa