Politik

Protest gegen G7-Gipfel Steine fliegen, Polizei setzt Wasserwerfer ein

Während in Südfrankreich Tausende Menschen friedlich gegen die Politik der G7-Staaten protestieren, kommt es später bei einer nicht genehmigten Demonstration zu Gewalt. Es gibt Dutzende Festnahmen.

Am Rande des G7-Gipfels im französischen Biarritz sind 68 Menschen vorübergehend festgenommen worden. 38 der Verdächtigen seien in Untersuchungshaft, meldete die Präfektur des Departements Pyrénées-Atlantiques am Samstagabend. Dabei gehe es um Vorwürfe wie Verstoß gegen das Vermummungsverbot, Steinwürfe und geplanten Vandalismus.

123526283.jpg

Die Polizei setzt Wasserwerfer in Bayonne ein.

(Foto: picture alliance/dpa)

Bei einer unangemeldeten Demonstration gegen den G7-Gipfel war es zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Gipfelgegner versuchten am Abend in Bayonne nahe Biarritz, Absperrungen zu überwinden, Steine wurden geworfen. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas und Wasserwerfer ein. Verletzt wurde nach Behördenangaben niemand.

Mehr als 500 Demonstranten hatten sich im Stadtzentrum von Bayonne versammelt. Die Polizei sperrte Brücken und Zugänge. An den Sperren kam es zu Auseinandersetzungen.

9a0a00b894925e0cc530245496ca173a.jpg

Etwa 500 Demonstranten versammelten sich im Stadtzentrum von Bayonne, dabei kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.

(Foto: imago images / Michael Trammer)

Zuvor war die einzige genehmigte Demonstration im Umfeld des G7-Gipfels friedlich verlaufen. Tausende Gipfelgegner zogen vom südfranzösischen Hendaye ins nahegelegene Irún im spanischen Baskenland. Nach Angaben der Veranstalter nahmen an dem Protestzug 15.000 Menschen teil, die Polizei sprach von 9000 Teilnehmern.

Der Tagungsort in Biarritz selbst ist abgeriegelt. Die französische Regierung hat über 13.000 Sicherheitskräfte mobilisiert, um den noch bis Montag dauernden Gipfel der führenden Industrienationen zu schützen. Gipfelgegner, die friedlich in Hendaye demonstriert hatten, teilten via Twitter mit, sie würden an diesem Sonntag angesichts der massiven Polizeipräsenz in der Region auf ursprünglich geplante Aktionen an sieben Orten rund um Biarritz verzichten.

Handelsstreit, Gleichstellung, Waldbrände

f627fa940a8d360b7171a296707da237.jpg

Die Polizei setzte auch Tränengas ein.

(Foto: dpa)

Am zweiten Tag des G7-Gipfels liegt der Fokus auf dem Handelsstreit der USA mit China und Europa - sowie die dadurch belastete Weltwirtschaft. Während US-Präsident Donald Trump seinen Handelskrieg mit China unmittelbar vor dem Gipfel noch einmal verschärft hat, drängen die anderen G7-Partner den amerikanischen Präsidenten, grundsätzlich von Strafzöllen abzusehen, um seine handelspolitischen Ziele zu erreichen.

Bei einem Mittagessen geht es zusammen mit Vertretern der Vereinten Nationen, der Weltbank und des Währungsfonds anschließend um die Gleichstellung von Frauen. Das Thema Gleichheit hat der Gastgeber und französische Präsident Emmanuel Macron in den Mittelpunkt der dreitägigen Beratungen gestellt. An dem Treffen nehmen außer Macron und Trump noch Kanzlerin Angela Merkel sowie die Regierungschefs aus Großbritannien, Italien sowie Kanada und Japan teil. Unter anderem stehen an diesem Sonntag auch Sicherheitspolitik und die Waldbrände im Amazonas-Regenwald auf dem Programm.

Quelle: n-tv.de, hul/AFP/dpa

Mehr zum Thema