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Urgestein der CSU Strauß-Vertrauter Scharnagl gestorben

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Scharnagl wurde 79 Jahre alt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Er galt als einer der engsten Gefährten von CSU-Legende Franz Josef Strauß. Über Jahrzehnte führte Wilfried Scharnagl mit dem "Bayernkurier" das Hausblatt der Partei. Nach seinem Tod würdigt Parteichef Seehofer ihn als "großen bayerischen Patrioten".

Der als einer der engsten Gefährten von CSU-Legende Franz Josef Strauß geltende Publizist, Wilfried Scharnagl, ist tot. Er starb im Alter von 79 Jahren, wie die CSU mitteilte. Scharnagl war 24 Jahre lang Chefredakteur des CSU-Parteiblatts "Bayernkurier" und bis zu seinem Tod Mitglied im CSU-Vorstand.

Parteichef Horst Seehofer zeigte sich "tief erschüttert". Scharnagel habe als "Urgestein der CSU" den Aufstieg der Partei "zur erfolgreichsten politischen Kraft in Europa mitgeprägt und stand wie kaum ein anderer für die Werte, die unsere Partei verkörpert: als Volkspartei Mitte-Rechts, als Heimat für Christliche, Soziale, Liberale und Konservative". Er verliere mit dem Tod des  "großen bayerischen Patrioten" einen klugen Ratgeber und treuen Freund.

Scharnagl blieb auch nach dem Tod von Strauß im Jahr 1988 wichtiger Berater für dessen Nachfolger an der Parteispitze. Seinen legendären Ruf genoss der Journalist aber vor allem wegen seiner engen Verbindung zu Strauß. Scharnagl begleitete Strauß etwa bei dessen Reise 1987 auf Einladung von Michail Gorbatschow nach Moskau.

Strauß brachte die Verbindung selbst mit einem Satz zum Ausdruck in einer Zeit, als der "Bayernkurier" in Anlehnung an das Zentralorgan der Sowjetunion noch als "Schwarze Prawda" galt: "Scharnagl schreibt, was Strauß denkt, Strauß denkt, was Scharnagl schreibt", sagte der langjährige bayerische Ministerpräsident und adelte so seinen Gefährten. Scharnagl schrieb mehrere Bücher über Strauß und vollendete dessen "Erinnerungen".

Quelle: n-tv.de, tha/jwu/AFP

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