Politik

Frankreich reist chaotisch Streiks bescheren stressige Weihnachtszeit

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Wenn etwas fährt, ist es voll: So geht es derzeit auf französischen Bahnhöfen zu.

(Foto: imago images/Hans Lucas)

Das vierte Adventswochenende ist ja an vielen Orten nicht allzu besinnlich. Richtig ungemütlich ist es aber zur Zeit in Frankreich: Wer am ersten Ferienwochenende von A nach B kommen will, muss viel Geduld mitbringen. Auswirkungen hat das Chaos auch auf Deutschland.

Weihnachtszeit, besinnliche Zeit - nicht für die streikgeplagten Reisenden in Frankreich, die in ihren Weihnachtsurlaub aufgebrochen sind. Gestrichene Züge und Staus auf den Straßen haben am ersten Tag der Weihnachtsferien erneut die Nerven der Menschen auf die Probe gestellt. Fernverbindungen von und nach Deutschland waren ebenfalls von den seit mehr als zwei Wochen andauernden Protesten gegen die Rentenreform betroffen. Auch am vierten Adventssonntag wird es erhebliche Störungen geben.

Im Land fährt im Schnitt nur etwa die Hälfte der Hochgeschwindigkeitszüge TGV. Die Proteste gegen die Rentenreform der französischen Mitte-Regierung dauern seit rund zweieinhalb Wochen an.

Frankreichs staatliche Bahngesellschaft SNCF hatte bereits gewarnt, dass der Zugverkehr in der Weihnachtszeit "stark gestört" sein werde. Das Unternehmen wollte an diesem Wochenende dennoch 850.000 Fahrkarteninhaber befördern - allerdings wurde nur die Hälfte der üblichen Verbindungen angeboten.

Deutsche Bahn: Reisen lieber verschieben

Viele geplagte Reisende haben sich seit Beginn des Streiks am 5. Dezember an Autovermietungen oder Sharing-Plattformen gewandt. Nachdem sich die französische Regierung und die Gewerkschaften im Streit um die Rentenreform vor den Feiertagen nicht einigen konnten, gab es in letzter Minute jedoch auch über diese Dienste kaum noch Ausweichmöglichkeiten.

Wie die Deutsche Bahn mitteilte, steht in den kommenden zwei Wochen auch nur eine sehr begrenzte Anzahl von Zugfahrten zwischen Frankreich und Deutschland zur Verfügung. Betroffen sind demnach die Verbindungen von und nach Stuttgart und Frankfurt am Main. Die Bahn empfiehlt, Reisen zwischen Frankreich und Deutschland "zu verschieben oder auf alternative Verkehrsmittel auszuweichen".

Verkehrsbehinderungen werden im Südwesten des Landes auch wegen des Wintersturms "Fabian" erwartet, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die Strecken zwischen der regionalen Metropole Bordeaux nach Toulouse sowie nach Hendaye an der spanischen Grenze sollten am Sonntagmorgen erst nach Kontrollen freigegeben werden. Es wird befürchtet, dass Bäume auf die Gleise fallen könnten

Quelle: ntv.de, jog/dpa/AFP