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Ökostrom-Umlage wird reduziert Strompreis könnte sinken

Die aufgehende Sonne hinter Windrädern bei Hannover. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Etwa diese Windräder bei Hannover liefern Ökostrom in deutsche Haushalte.

(Foto: Julian Stratenschulte/dpa)

Die Menschen in Deutschland zahlen im europäischen Vergleich mit die höchsten Preise für Strom. Das könnte sich bald ändern. Die Bundesregierung plant, die Ökostromumlage abzusenken. Allerdings zahlen die Bürger indirekt weiter.

Um Bürger und Unternehmen bei den Strompreisen zu entlasten, bereitet die Bundesregierung die geplante Senkung der Ökostrom-Umlage vor - auch für eine mögliche Entlastung in der Corona-Krise. Was dann an Fördergeld etwa für Windkraft- und Solaranlagen wegfällt, soll mit Steuergeld ausgeglichen werden. Die konkrete Höhe der dafür zur Verfügung gestellten Haushaltsmittel werde durch den Haushaltsgesetzgeber festgesetzt, heißt es in einem Entwurf aus dem Bundeswirtschaftsministerium. Um sie richtig zu verbuchen, müsse die Erneuerbare-Energien-Verordnung angepasst werden.

Das Klimaschutzprogramm 2030 der schwarz-roten Koalition sieht vor, die Ökostrom- oder auch EEG-Umlage, die jeder mit der Stromrechnung zahlt, zum 1. Januar 2021 zu senken. "Zudem kann eine weitere Entlastung der EEG-Umlage infolge der Corona-Krise erforderlich werden", heißt es im Entwurf. An anderer Stelle heißt es: "Weiterhin ist, beispielsweise infolge der Corona-Krise, denkbar, dass zur Entlastung der EEG-Umlage kurz- oder mittelfristig noch weitere Haushaltsmittel eingesetzt werden."

Die Grünen hatten vorgeschlagen und auf einem Parteitag beschlossen, die EEG-Umlage schon Mitte des Jahres um rund 75 Prozent zu senken, um damit 22 Milliarden Euro Entlastung bei Bürgern und Wirtschaft zu erreichen. Auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil von der SPD sprach sich in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" dafür aus, "zeitnah" die EEG-Umlage "kräftig" zu senken.

46 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien

Im europäischen Vergleich zahlen die Deutschen die höchsten Preise für die Kilowattstunde Strom. Hierzulande sind es laut der europäischen Statistikbehörde Eurostat im ersten Halbjahr 2019 knapp 31 Cent gewesen. In den Niederlanden und Österreich sind es nur gut 20, in Frankreich sogar nur 17,6. Die günstigsten Preise gibt es demnach in der Ukraine, dort kostet die Kilowattstunde nur 4 Cent.

Der hohe Strompreis hat viel mit der Förderung der erneuerbaren Energien durch die Ökostromumlage zu tun. Beim Strom machen erneuerbare Energien schon 46 Prozent aus, nimmt man Wärme und auch Biokraftstoffe hinzu, sieht es anders aus. Laut Eurostat liegt der Anteil erneuerbarer Energien beim sogenannten Bruttoendenergieverbrauch in Deutschland bei 16,5 Prozent, wie die Behörde Anfang dieses Jahres mitteilte. Der EU-Durchschnitt ist höher, er liegt bei 18 Prozent.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa