Politik

Schwere Vorwürfe gegen Ankara Syrien bombardiert türkischen Konvoi

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Die von Aktivisten betriebene Agentur Thiqa veröffentlicht Bildmaterial, das den türkischen Konvoi angeblich vor Idlib zeigt.

(Foto: AP)

In Syrien sollen syrische und russische Jets einen türkischen Militärkonvoi bombardiert haben. Der sollte offenbar Munition an Rebellen in die nun wieder umkämpfte Stadt Idlib liefern. Das Assad-Regime erhebt nun schwere Vorwürfe gegen Ankara.

Syrische und russische Kampfjets haben in der Provinz Idlib offenbar einen türkischen Militärkonvoi bombardiert und damit gestoppt. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, sei dabei ein Mann getötet worden. Der türkische Konvoi sollte demnach Waffen und Munition an Rebellen in der umkämpften Provinzhauptstadt Idlib liefern.

Das syrische Außenministerium meldete lediglich, ein türkischer Konvoi sei ins Land eingedrungen. Von einem Luftangriff war dort aber keine Rede. Das Ministerium warf der Türkei die Unterstützung von Terroristen in Syrien vor. Die syrische Armee führt in Idlib derzeit eine schwere Militäroffensive gegen Aufständische. Der Konvoi befand sich bei Maaret al-Numan, gut 50 Kilometer südlich von Idlib, als ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP rund 50 Militärfahrzeuge, darunter Truppentransporter und mindestens fünf Panzer zählte.

Russland, die Türkei und der Iran fungieren in Syrien als Garantiemächte, unterstützen aber unterschiedliche Seiten in dem Konflikt. Während Russland und der Iran aufseiten des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad stehen, unterstützt die Türkei Rebellen und will vor allem den Einfluss der Kurden im Norden Syriens an der Grenze zur Türkei eindämmen. Die Provinz Idlib ist die letzte Region, die noch größtenteils unter Kontrolle von arabischen Aufständischen gegen die syrische Führung ist. Zudem wird ein großes Gebiet mit Unterstützung der USA von Kurden beherrscht.

Regierungstreue syrische Truppen waren am Sonntag erstmals seit fünf Jahren in die Stadt Chan Scheichun eingedrungen. Chan Scheichun liegt an einer Hauptverkehrsstraße in der von Dschihadisten kontrollierten Region. Sie verbindet die Hauptstadt Damaskus mit der Stadt Aleppo, die seit 2016 wieder unter Regierungskontrolle ist.

In Chan Scheichun sei am Montag weiter gekämpft worden, erklärte der Leiter der Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman. Dabei standen sich regierungstreue Truppen einerseits und Dschihadisten sowie andere Rebellengruppen andererseits gegenüber. Die Beobachtungsstelle verfügt über ein Netzwerk von Informanten in Syrien. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

Quelle: ntv.de, agr/dpa/AFP