Politik

Betrugsvorwürfe gegen Machluf Syrien verbietet Assads Cousin die Ausreise

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Rami Machluf darf Syrien vorübergehend nicht verlassen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Streit um eine millionenschwere Zahlung spaltet die syrische Herrscherelite. Der Milliardär Rami Machluf darf das Land derzeit nicht verlassen, ehe er die geforderten Beträge nicht beglichen hat. Es ist die nächste harte Sanktion gegen den Cousin von Machthaber Baschar al-Assad.

Nach der Beschlagnahmung seines gesamten Vermögens hat ein syrisches Gericht auch eine Ausreisesperre gegen den Milliardär und Assad-Cousin Rami Machluf verhängt. Der Gerichtsbeschluss besagt, dass Machluf das Land vorübergehend nicht verlassen darf, bis das Verfahren gegen ihn abgeschlossen sei und die geforderten Beträge beglichen seien. Eine weitere Entscheidung des syrischen Kabinetts verbietet Machluf, in den kommenden fünf Jahren Geschäfte mit dem öffentlichen Sektor abzuschließen.

Die Telekommunikationsbehörde verlangt von dem Mobilfunkanbieter Syriatel, dessen Haupteigner Machluf ist, die Zahlung von umgerechnet mehr als 120 Millionen Euro. Der berühmt-berüchtigte Geschäftsmann ist ein Cousin von Machthaber Baschar al-Assad und galt lange als treuer Unterstützer des Präsidenten.

"Betrugskampagne" von Machluf?

Die Millionen-Forderung der Regierung Syriens hält Machluf jedoch für überzogen. Der Milliardär hatte den Konflikt in den vergangenen Wochen in mehreren Videos auf seiner Facebook-Seite öffentlich gemacht. Dabei wandte er sich direkt an Assad und warnte, Syriatel drohe so der Zusammenbruch. Das syrische Kommunikationsministerium warf ihm eine "Betrugskampagne" vor. Machluf zufolge haben syrische Sicherheitskräfte Angestellte seiner Firma festgenommen, um ihn unter Druck zu setzen und ihn vom Posten als Aufsichtsratsvorsitzender zu drängen.

Die USA und die Europäische Union haben Machluf auf die Sanktionsliste gesetzt, weil er die syrische Regierung unterstützt. Viele sehen in dem 50-Jährigen ein Symbol der immer mehr ausufernden Korruption in dem Bürgerkriegsland. Dass er sich zunehmend öffentlich äußert, wird auch als Beleg für einen tiefen Riss in der syrischen Herrscherelite gewertet.

Quelle: ntv.de, tno/dpa