Politik

"Reaktion" möglich Taliban drohen dem IS

Die islamistischen Terrormilizen kämpfen um Einflusssphären. Die Taliban warnen den sogenannten Islamischen Staat (IS) vor einer Ausweitung seiner Aktivitäten auf Afghanistan. Bislang ist der IS noch nicht im Land am Hindukusch aktiv.

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IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi erhält eine Warnung aus Afghanistan.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die radikalislamischen Taliban haben die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) vor einer Ausweitung ihrer Aktivitäten in Afghanistan gewarnt. In einem offenen Brief an IS-Führer Abu Bakr al-Bagdadi schrieben die Taliban auf ihrer Website, der "heilige Krieg" gegen die USA und ihre Verbündeten in Afghanistan müsse "unter einer Flagge und einer Führung" geführt werden. Zuletzt mehrten sich in Afghanistan Berichte, dass Taliban-Kämpfer zum IS übergelaufen seien sowie von gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern beider Gruppen.

Die Taliban könnten in der Vielzahl von Dschihadistengruppen "keinen Gewinn für den heiligen Krieg oder die Muslime" sehen, hieß es in dem vom stellvertretenden Talibanchef Mullah Akhtar Mohammed Mansur unterzeichneten Brief. Sollte sich der IS weiter in Afghanistan einmischen, dann seien die Taliban "zu einer Reaktion gezwungen", drohte Mansur. Aus dem Brief ging jedoch nicht hervor, wie eine "Reaktion" der Taliban aussehen könnte.

Bislang ist der IS in Afghanistan offiziell nicht aktiv. Jedoch deutet der Aufruf auf ein wachsendes Unbehagen in den Reihen der Taliban gegenüber dem zunehmenden Einfluss und Ansehen des IS unter Islamisten.

Für viele ihrer traditionellen Unterstützer seien die Taliban mittlerweile ein "überholtes Rezept", sagte der in Kabul ansässige Analyst Ahmad Saeedi. Der Brief sei als eine Art "Versöhnungsangebot" an den IS zu verstehen, mit welchem die Taliban zu sagen versuchten, dass "alle in einem Boot sitzen und sich nicht gegenseitig bekämpfen" sollten, vermutete er.

Quelle: ntv.de, wne/AFP

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