Politik

Nach Tod eines Studenten Tausende protestieren erneut in Hongkong

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Die Demonstranten fordern eine unabhängige Untersuchung für den Tod von Alex Chow.

(Foto: picture alliance/dpa)

Schon seit fünf Monaten protestieren Aktivisten in Hongkong gegen die Regierung. Zuletzt stirbt ein Demonstrant. Wieder gehen nun Zehntausende auf die Straße - auch zur Mahnwache für den Verstorbenen. Die Polizei nimmt zudem drei Abgeordnete fest.

Nach dem Tod eines 22-jährigen Studenten sind in Hongkong erneut Zehntausende Demokratie-Befürworter auf die Straße gegangen. Sie hielten eine Mahnwache für den Aktivisten Alex Chow, der gestorben war, ab. Viele Demonstranten kleideten sich bei der Gedenkkundgebung in schwarz. Sie forderten eine unabhängige Untersuchung zum Tod Chows, der zu Beginn der Woche bei gewaltsamen Zusammenstößen mit der Polizei von einem mehrstöckigen Parkhaus gestürzt war. Tausende beteiligten sich bereits am Freitag an Mahnwachen, während sich weitere Demonstranten Auseinandersetzungen mit der Polizei lieferten.

Erneut blockierten Protestteilnehmer Straßen, errichteten brennende Barrikaden und verwüsteten U-Bahn-Stationen. Zu einer kritischen Situation kam es, als ein Polizist einen Warnschuss vor einer Gruppe Demonstranten abfeuerte, die Geschosse in Richtung der Beamten warfen.

Die Polizei nahm in der Sonderverwaltungszone drei pro-demokratische Abgeordnete für ihre Beteiligung an einer Prügelei im Hongkonger Parlament im Mai fest. Vier weitere Abgeordnete teilten mit, sie seien aufgefordert worden, sich auf einer Polizeiwache einzufinden. Damals war es zu einer Prügelei gekommen, als die Abgeordneten versucht hatten, ein Gesetzesvorhaben zu stoppen, das erstmals Auslieferungen nach Festland-China ermöglicht hätte. Im Falle einer Verurteilung droht den Abgeordneten bis zu ein Jahr Haft.

Das Auslieferungsgesetz war der ursprüngliche Auslöser für die Massenproteste in Hongkong. "Die Proteste, die seit fünf Monaten anhalten, sind noch nicht zu Ende, aber in Zusammenarbeit mit der Polizei beginnt die Regierung bereits mit massiven Festnahmen von pro-demokratischen Parlamentariern", teilten die festgenommenen Abgeordneten in einer gemeinsamen Erklärung mit.

Angesichts der Gewaltspirale in Hongkong wurden zuletzt Befürchtungen laut, dass die Bezirksratswahlen in der chinesischen Sonderverwaltungszone in zwei Wochen verschoben werden könnten. Erstmals seit der Rückübergabe der ehemaligen britischen Kronkolonie an China kandidieren in allen Wahlkreisen auch pro-demokratische Kandidaten. Seit dem Sommer ist die Zahl der Wähler, die sich für die Abstimmung registriert haben, stark gestiegen.

Quelle: n-tv.de, joh/AFP

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