Politik

Ausschreitungen in "Grüner Zone" Tausende stürmen Iraks Regierungsviertel

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(Foto: REUTERS)

In Bagdad verschaffen sich erneut Tausende Menschen Zugang zum Regierungsviertel - und einige auch zum Büro des Ministerpräsidenten al-Abadi. Sie liefern sich Straßenschlachten mit den Sicherheitskräften, mehrere Menschen sollen gestorben sein.

Zum zweiten Mal binnen drei Wochen haben Tausende Anhänger des Schiitenpredigers Moktada al-Sadr das Regierungsviertel in Bagdad gestürmt. Einige Demonstranten überwältigten die Sicherheitskräfte und verschafften sich Zugang zum Büro des Ministerpräsidenten. Erst nach Stunden war das Gelände, in dem auch ausländische Botschaften ihren Sitz haben, geräumt, hieß es aus Sicherheitskreisen.

Eine große Zahl von Sicherheitskräften war mit Tränengas, Blendgranaten und Wasserwerfern gegen die Demonstranten vorgegangen. Drei Menschen seien dabei getötet und 22 Menschen verletzt worden. Dies konnte nicht von unabhängiger Seite bestätigt werden. Die Behörden verhängten eine Ausgangssperre, Zufahrtstraßen nach Bagdad wurden geschlossen.

Schon Ende April hatten Anhänger von al-Sadr die "Grüne Zone" gestürmt und das Parlamentsgebäude besetzt. Sie forderten politische Reformen und drohten mit ihrer Rückkehr, wenn diese nicht umgesetzt würden. In der "Grüne Zone" befinden sich auch der Sitz der irakischen Regierung und mehrere Botschaften.

Der Irak ist seit Monaten politisch gelähmt. Angesichts von Massenprotesten und immer lauter werdenden Reformforderungen versucht der schiitische Ministerpräsident Haider al-Abadi seit Wochen, sein Regierungsteam durch ein neues Kabinett aus Experten zu ersetzen, die nicht nach konfessionellen oder parteilichen Kriterien ausgewählt werden. Mehrere Parteien wollen das verhindern, weil sie dann die Kontrolle über wichtige Ministerien verlieren würden.

Quelle: n-tv.de, rpe/AFP

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