Politik

Letzte Station Speyer Tausende wollen Kohl letztes Geleit geben

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Der Trauerakt im Europäischen Parlament soll etwa zwei Stunden dauern.

(Foto: AP)

Es dürfte eine der größten Trauerfeiern der Geschichte werden. Viele tausend Menschen werden in Speyer erwartet, wo der verstorbene Altkanzler Helmut Kohl beigesetzt werden soll. Zuvor macht der Leichnam in prominenter Gesellschaft Station in Straßburg und auf einem Rheinschiff.

Der Abschied von Helmut Kohl hat begonnen: Der mit einer Europaflagge bedeckte Sarg des früheren Bundeskanzlers wurde am Morgen aus dessen Haus in Ludwigshafen-Oggersheim getragen und zu einem schwarzen Leichenwagen gebracht. Anschließend machte sich ein Fahrzeugkonvoi auf den Weg nach Straßburg. Dort ist ab 11 Uhr ein Trauerakt im EU-Parlament geplant. Zahlreiche Staats- und Regierungschefs wollen dabei Abschied von Kohl nehmen und seine Verdienste für Europa würdigen.

Reden werden neben Angela Merkel unter anderen EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew und der ehemalige US-Präsident Bill Clinton. Am Abend wird der frühere Bundeskanzler nach einem Requiem im Speyerer Dom beerdigt. Kohl war 16 Jahre lang Bundeskanzler. Er starb am 16. Juni im Alter von 87 Jahren.

Trauer um Helmut Kohl: Der Tag im Liveticker bei n-tv.de.

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Die MS Mainz wird den Sarg von Ludwigshafen nach Speyer bringen.

(Foto: dpa)

Vor Beginn der rund zweistündigen Zeremonie werden die Staats- und Regierungschefs Gelegenheit haben, sich persönlich vom Verstorbenen zu verabschieden. Das Wachbataillon der Bundeswehr will den Sarg bedeckt mit einer Europaflagge aufbahren. Unter den Gästen wird auch Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy sein. Zu Macrons offizieller Delegation gehören außerdem unter anderem der Politologe Alfred Grosser und der frühere EU-Kommissar und aktuelle Brexit-Unterhändler Michel Barnier.

Es ist das erste Mal, dass eines Politikers mit einem solchen europäischen Trauerakt gedacht wird. Einen deutschen Staatsakt für Kohl wird es dagegen nicht geben. Zahlreiche Fernsehsender werden das Ereignis live übertragen.

Großeinsatz auch für die Polizei

Kohl war zwischen 1982 und 1998 Bundeskanzler und damit der bislang am längsten amtierende Regierungschef der Bundesrepublik. In seine Amtzeit fielen der Fall der Berliner Mauer und die Wiedervereinigung. Direkt im Anschluss an den Trauerakt in Straßburg bringt ein Hubschrauber den Sarg zurück in Kohls Geburtsstadt Ludwigshafen. Nach der Landung wird dieser durch die Innenstadt gefahren. Die letzten Kilometer bis ins nahe Speyer bringt ein Schiff den Leichnam Kohls.

Im Dom zu Speyer wird der katholische Bischof Karl-Heinz Wiesemann dann um 18 Uhr die Totenmesse halten. Rund 1500 geladene Gäste werden dazu erwartet. Zu Speyer und seinem Dom hatte Kohl seit seiner Kindheit eine besondere Beziehung. Nach einem militärischen Ehrenzeremoniell der Bundeswehr soll er gegen 20.30 Uhr dann auf einem nahen Friedhof in Speyer im Freundes- und Familienkreis beigesetzt werden. Ein Großaufgebot der Polizei sichert die Trauerfeierlichkeiten. Alleine im Raum Ludwigshafen und Speyer werden mehr als 1000 Beamte im Einsatz sein. Die Beisetzung dürfte zu den größten Beerdigungen in der deutschen Nachkriegsgeschichte zählen, Tausende Menschen werden dazu alleine in Speyer erwartet.

Kohls sterbliche Überreste kommen nicht in das Familiengrab nach Ludwigshafen, in dem seine 2001 gestorbene erste Ehefrau Hannelore beigesetzt worden war. Streitigkeiten zwischen der Witwe Maike Kohl-Richter und Kohls Sohn Walter hatten zudem die Vorbereitungen der Trauerzeremonien überschattet.

Quelle: n-tv.de, nsc/dpa