Politik

"Wie beim Wohnungseinbruch" Telekom will härtere Strafen für Hacker

imago87134389h.jpg

Zwölf Millionen Cyber-Attacken registriert de Telekom täglich.

imago/ZUMA Press

Die allermeisten Cyber-Attacken werden automatisch abgewehrt, in etwa 100 Fällen am Tag müssen Mitarbeiter der Telekom selbst aktiv werden. Der Chef der Cybersicherheit des Unternehmens fordert härtere Gesetze. Damit ist er nicht allein.

Nach dem massenhaften Datenklau, bei dem ein 20-Jähriger aus Hessen Daten von rund 1000 Politikern und Prominenten veröffentlicht haben soll, fordert die Telekom härtere Strafen für Hacker. "Viele Gerichte behandeln den digitalen Einbruch immer noch wie ein Kavaliersdelikt", kritisierte Thomas Tschersich, seit 2014 Leiter Cybersicherheit bei der Deutschen Telekom, in der "Bild am Sonntag". Dabei hätten heute viele Menschen auf ihren Computern Informationen, die wertvoller seinen, als die Gegenstände in ihrer Wohnung.

"Also sollte der digitale Einbruch genauso hart bestraft werden, wie der tatsächliche Wohnungseinbruch", forderte der Telekom-Manager. Leider fehle bei vielen Richtern das nötige IT-Wissen, hier seien dringend Nachschulungen und ein gemeinsamer Wissensaustausch nötig.

Nach Informationen der Zeitung registriert die Telekom rund zwölf Millionen Cyber-Attacken täglich. Die allermeisten würden automatisch abgewehrt. In rund 100 Fällen täglich müsse die Telekom die Angriffe händisch bekämpfen.

Besserer Schutz für Abgeordnete

Auch Bundestagsabgeordnete plädieren für schärfere Gesetze. Andrea Lindholz (CSU), die Vorsitzende des Innenausschusses, sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", Abgeordnete sollten aufgrund ihrer exponierten Stellung Teil der kritischen Infrastruktur Deutschlands werden und besonders geschützt werden. "Dann wäre ich aber auch bereit, bei Hackerangriffen auf Mandatsträger eine schärfere Strafandrohung zu befürworten."

Der Grünen-Abgeordnete Konstantin von Notz sagte der Zeitung, Hackerangriffe auf Abgeordnete, Journalisten und Personen des öffentlichen Lebens seien ein Angriff auf die Demokratie. "Es lohnt sich deshalb, darüber nachzudenken, ob es sinnvoll wäre, auf solche Angriffe mit besonderer Strenge zu reagieren." Der CDU-Innenpolitiker Philipp Amthor sagte: angesichts des Ausmaßes der Betroffenheit von Amtsträgern stelle sich durchaus die Frage, "ob eine Verschärfung des Strafrechts für Grenzfälle angebracht ist".

Quelle: n-tv.de, ino/dpa

Mehr zum Thema