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Bombenanschlag vorbereitet? Terrorverdächtiger in Berlin festgenommen

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Mitglieder der Spezialeinheit GSG 9 bei einer Übung.

(Foto: picture alliance / Hannibal Hans)

Eine Spezialeinheit der Bundespolizei durchsucht in der deutschen Hauptstadt eine Wohnung und fasst dort einen Mann, der einen Terroranschlag vorbereitet haben soll. Die Ermittler werfen ihm vor, sich Chemikalien für den Bau von Bomben beschafft zu haben. Gearbeitet hat der Mann an einer Grundschule.

Die Polizei hat in Berlin einen Mann unter Terrorverdacht verhaftet. Der 26-jährige Syrer wird verdächtigt, einen Sprengstoffanschlag vorbereitet zu haben. Er soll sich dazu Chemikalien besorgt haben, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte. Außerdem wird er beschuldigt, sich in einer Chatgruppe über den Bau von Sprengvorrichtungen informiert zu haben. "Zweck des Chatverkehrs soll die Vorbereitung von Terroranschlägen gewesen sein", teilte die Generalstaatsanwaltschaft Berlin mit. Zunächst hatte die Behörde das Alter des Mannes mit 37 Jahren angegeben.

Berlins Innensenator Andreas Geisel erklärte, der Terrorverdächtige sei an einer Grundschule in der Hauptstadt als Reinigungskraft beschäftigt gewesen. Zuvor habe er bis September im Berliner Bode-Museum gearbeitet. Über ein mögliches Anschlagsziel des Verdächtigen lägen keine Erkenntnisse vor. "Wir gehen davon aus, dass es eine beträchtliche Gefahr gab", so Geisel. In ausgewerteten Chatprotokollen sei es darum gegangen, möglichst viele Menschen zu töten.

*Datenschutz

Seinen Angaben zufolge hatten die Ermittler den Mann seit Anfang des Jahres im Visier. Seit drei Monaten sei er von Kräften des Landes- und des Bundeskriminalamtes rund um die Uhr observiert worden. Auf seine Spur seien die deutschen Sicherheitsbehörden nach einem Hinweis eines "befreundeten ausländischen Nachrichtendienstes" gekommen. Dieser habe Internet-Chats des Verdächtigen beobachtet. Zur Frage, ob der Verdächtige Komplizen in Deutschland hatte, machte der Senator aus "ermittlungstaktischen Gründen" keine Angaben.

Anleitungen zum Bombenbau ausgetauscht

Den Ermittlern zufolge soll der Mann seit diesem Frühjahr in einer Messenger-Gruppe, die der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) nahesteht, Anleitungen zum Bau von Waffen und zum Herstellen von Sprengstoff ausgetauscht haben. Dabei soll es um Plastiksprengstoff sowie Paket- und Magnetbomben gegangen sein. Thema waren demnach auch Kalaschnikow-Sturmgewehre, Maschinenpistolen und weitere Schusswaffen.

Eine Spezialeinheit der Bundespolizei nahm den Mann am Morgen fest. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe ermittelt wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat gegen ihn. Zudem sei die Wohnung des Verdächtigen in Berlin durchsucht worden, teilte die oberste deutsche Anklagebehörde weiter mit.

Im August und September 2019 soll der Mann unter anderem Aceton und Wasserstoffperoxidlösung gekauft haben. Beide Chemikalien werden für die Herstellung des hochexplosiven Triacetontriperoxid benötigt. Der Mann wurde auf Grundlage eines Haftbefehls des Amtsgerichts Tiergarten festgenommen.

Quelle: n-tv.de, hul/dpa/AFP

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