Politik

Ausweich-Routen Richtung Süden Tirol kündigt weitere Straßensperrungen an

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Am vergangenen Wochenende setzte Tirol bereits Fahrverbote durch.

(Foto: dpa)

Für österreichische Gemeinden sind sie eine Belastung: Autofahrer, die etwa wegen Staus die Autobahn verlassen und Landstraßen nutzen. Das Bundesland Tirol hat bereits reagiert - und kündigt nun neue Fahrverbote an. Bayern ist nicht begeistert.

Die Landesregierung in Tirol hat im Verkehrsstreit mit Deutschland neue Fahrverbote angekündigt, um den Ausweichverkehr in dem österreichischen Bundesland weiter einzudämmen. Wie Landeshauptmann Günther Platter mitteilte, sollen ab dem 6. und 7. Juli und bis Mitte September auch auf Straßen im Bezirk Reutte und in Kufstein Fahrverbote gelten. Ein Landeshauptmann hat in Österreich die Funktion eines Regierungschefs in einem Bundesland.

In Reutte weichen laut dem Land Tirol viele Fahrer auf kleinere Straßen aus, um Staus auf dem Fernpass (B179) zu umfahren. In Kufstein komme es zu viel Verkehr, wenn sich bei Kontrollen an der deutsch-österreichischen Grenze lange Rückstaus bildeten. Im Bereich Kufstein soll es laut Platter zu einem Mix aus Fahrverboten und Dosierungen ähnlich einer Blockabfertigung kommen.

Am kommenden Wochenende solle die Situation vor allem in Reutte genau beobachtet werden. An gewissen Stellen würden bei "Gefahr im Verzug" von der Polizei dann auch schon an diesem Wochenenden Sperrungen durchgeführt.

Bayern reagiert pikiert

Die angekündigte Ausweitung der Fahrverbote stieß in Bayern auf Kritik. "Es ist schon verwunderlich, dass Tirol jetzt erneut mit unabgesprochenen Maßnahmen Fakten schafft", sagte Verkehrsminister Hans Reichhart von der CSU in München. Man wolle weiterhin eine gemeinsame Lösung mit Tirol. Vertreter des Bundeslandes seien deswegen auch zu Gesprächen Mitte Juli eingeladen.

Das Land Tirol hatte bereits vor einigen Tagen Wochenend-Fahrverbote auf einigen Ausweich-Routen im Großraum Innsbruck angekündigt und diese auch durchgesetzt. Die Maßnahmen haben zum Ziel, den Verkehr auf den Autobahnen zu halten und die Anrainergemeinden zu entlasten. Rund 1000 Autofahrer wurden bei Kontrollen am vergangenen Wochenende auf die Autobahn zurückgeschickt.

Die Maßnahmen treffen auch zahlreiche Touristen, die Tirol auf dem Weg in den Urlaub durchqueren wollen. In Österreich hatten die Schüler in den östlichen Bundesländern am Freitag ihren letzten Schultag vor den Sommerferien, in den anderen Bundesländern müssen die Kinder und Jugendlichen nur noch eine Woche in die Schule gehen. Auch in Deutschland beginnen nun in zahlreichen Ländern die Ferien.

Das deutsche Bundesverkehrsministerium bereitet derweil auch wegen der Straßensperrungen eine Klage gegen Österreich vor. Ressortchef Andreas Scheuer bezeichnete die Maßnahmen als "zutiefst diskriminierend". Das Verhältnis zwischen Bayern und Österreich ist ohnehin angespannt, weil Wien gegen die von der CSU vorangetriebene deutsche Pkw-Maut geklagt hatte und vor dem Europäischen Gerichtshof Recht bekam.

Quelle: n-tv.de, mli/dpa

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