Politik
Maxim Borodin schrieb unter anderem über russische Söldner in Syrien.
Maxim Borodin schrieb unter anderem über russische Söldner in Syrien.(Foto: rsf.org / Maxim Borodin / Facebook)
Montag, 16. April 2018

Sturz von Balkon: Tod von russischem Reporter alarmiert OSZE

Der Reporter Maxim Borodin stürzt vom Balkon seiner Wohnung. Wenig später erliegt er seinen Verletzungen. Zuvor recherchierte er über russische Söldner in Syrien. Die OSZE ist alarmiert. Doch die russischen Behörden sehen keinen Anlass für Strafermittlungen.

Nach dem Tod eines russischen Investigativ-Journalisten hat die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) eine "rasche und gründliche Untersuchung" der Behörden gefordert. Der OSZE-Beauftragte für die Freiheit der Medien, Harlem Désir, erklärte auf Twitter, der Tod von Maxim Borodin sei Anlass für "ernsthafte Besorgnis". Auch die Organisation "Reporter ohne Grenzen" forderte eine "sorgfältige und unvoreingenommene Aufklärung".

Der russische Journalist hatte über Moskaus "Schattenarmee" in Syrien berichtet. In der vergangenen Woche stürzte er aus bislang unbekannter Ursache von dem Balkon seiner Wohnung im fünften Stock. Wie die "Zeit" berichtet, hatten Nachbarn den Reporter gefunden und die Rettungskräfte verständigt. Am Sonntag erlag er dann seinen Verletzungen in einem Krankenhaus in Russlands viertgrößter Stadt Jekaterinburg.

Laut Recherchen der "Times" soll Borodin Freunden einen Tag vor seinem Balkonsturz erzählt haben, dass Männer in Tarnkleidung vor seiner Tür stünden. Später habe sich allerdings herausgestellt, dass es sich um eine Übung handelte.

Recherche über russische Söldner

Es gebe "kein Anzeichen dafür, dass ein Verbrechen begangen wurde", erklärte die zuständige Ermittlungskommission in Jekaterinburg der Nachrichtenagentur Tass. Für die Einleitung entsprechender Ermittlungen sehe sie keinen Anlass. Vielmehr gehe sie von einem "unglücklichen Vorfall" aus. Auch das Motiv Suizid werde nicht ausgeschlossen.

Borodin arbeitete für den Pressedienst Nowi Den (Neuer Tag) und hatte jüngst über den Tod mehrerer russischer Söldner der sogenannten "Gruppe Wagner" in Syrien geschrieben. Das private russische Sicherheitsunternehmen kämpft seit 2015 in Syrien.

Nach Angaben des Komitees zum Schutz von Journalisten wurden seit 1992 in Russland 58 Reporter getötet. Die Hintermänner dieser Verbrechen werden jedoch nur selten überführt.

Quelle: n-tv.de