Politik

Zuversicht nach Grünen-Parteitag Trittin schließt Bündnis mit Links nicht aus

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Für Trittin geht es um die Zukunft Deutschlands und nicht um "Spiegelstriche in Lebensläufen".

(Foto: picture alliance/dpa)

Der frühere Grünen-Chef Trittin ist mit dem Parteitag zufrieden. Zugleich geht er davon aus, dass die Union seiner Partei im Wahlkampf nichts schenkt. Sollte es das Wahlergebnis zulassen, könnte er sich auch ein Bündnis mit Sozialdemokraten und Linken vorstellen.

Ex-Grünen-Chef und Umweltminister Jürgen Trittin hat ein Linksbündnis von Grünen, SPD und Linkspartei nach der Bundestagswahl ausdrücklich nicht ausgeschlossen. "Am Wahlabend des 26. September werden wir wissen, wie die Mehrheitsverhältnisse sind. Sollte es eine Möglichkeit geben für uns Grüne als führende Kraft in einem solchen Bündnis, werden wir das sehr ernsthaft verhandeln", sagte Trittin der "Rheinischen Post" auf die Frage, ob die Grünen in ein Linksbündnis gingen, wenn sie damit ins Kanzleramt kämen. "Vor allem braucht es aber eine Mehrheit ohne und gegen die AfD. Da gibt es keine Ausschlüsse unter den demokratischen Parteien", sagte der frühere Fraktionsvorsitzende.

Zugleich machte Trittin deutlich, dass er einen harten Wahlkampf erwartet: "Wir werden einen Wahlkampf erleben, bei dem es um Schwarz oder Grün geht. Manche bei uns haben nicht geahnt, dass das so hart werden wird. Aber ich persönlich bin davon nicht überrascht."

Die Grünen sieht Trittin nach ihrem Bundesparteitag gestärkt. "Ich bin sicher, wir werden eine Auseinandersetzung haben über die Zukunft des Landes und nicht über Spiegelstriche in Lebensläufen", sagte Trittin der Zeitung weiter. Beschlossen seien klare Ziele. Zugleich hätten die Grünen der Versuchung widerstanden, auf "unser sozialpolitisches Programm nach dem Wünsch-Dir-was -Prinzip noch obendrauf zu satteln".

Auch Habeck mit Parteitag zufrieden

Zufrieden äußerte sich nach dem Parteitag auch Ko-Parteichef Robert Habeck. Die Grünen gingen stabilisiert aus den Beratungen hervor, sagte er der ARD. Als einen programmatischen Kernpunkt nannte Habeck die CO2-Bepreisung, die aber "in einem Kreislauf an die Menschen zurückgegeben" werde. Weitere Ziele seien höhere Hartz IV-Sätze, Kindergrundsicherung und bessere Löhne für die Pflege, was durch das Schließen von Steuerschlupflöchern gegenfinanziert werden solle. Als ein Beispiel nannte er die Steuerbefreiung von Flugbenzin.

Grundsätzlich positiv äußerte sich auch der Umweltverband WWF: "Die Grünen geben den Takt der Umweltpolitik vor", erklärte WWF Vorstand Christoph Heinrich. Deren Ringen um einen wirksamen, aber auch umsetzbaren CO2-Preis zeige, "dass die Grünen es ernst meinen und die soziale Dimension mitdenken". Jedoch sei auch bei den Grünen "noch nicht alles grün genug", etwa beim Abbau umwelt- und klimaschädlicher Subventionen.

Quelle: ntv.de, mau/AFP

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