Politik

Kandidatur 2024, schlimme Vision Trump: Biden soll Russland mit Nuklearschlag drohen

Der ehemalige US-Präsident hat seinen Nachfolger Joe Biden wegen Russlands Angriff auf die Ukraine attackiert.

Donald Trump zeichnete eine gefährliche Vision einer erneuten Amtszeit.

(Foto: John Raoux/AP/dpa)

Der ehemalige US-Präsident Trump schlägt vor, sein Nachfolger Biden solle Russland mit Atomwaffen drohen. Der Republikaner zeigt bei seiner ersten öffentlichen Rede seit dem Angriff auf die Ukraine, was eine erneute Trump-Präsidentschaft für die Welt bedeuten würde.

Donald Trump ist wieder im Wahlkampfmodus. Bei einer Rede vor Republikanern in Florence, South Carolina, spricht er nicht einmal eine Stunde lang. Dennoch schafft er es, eine ausreichend erschreckende Vision davon zu entwerfen, wie die Vereinigten Staaten aussehen könnten, sollte er 2024 für die Präsidentschaft kandidieren und diese gewinnen.

Der ehemalige US-Präsident vermittelt bei der Rally gewohnt das Bild der starken USA: "Putin ist doch nicht der einzige mit Atomwaffen." Er sei der Überzeugung, die Drohung mit den eigenen Atomwaffen würde Russland abschrecken, so Trump. "Wir haben viel mehr. Sag ihnen das endlich", richtet er seine Worte an den US-Präsidenten Joe Biden. In einem Interview mit Fox News am Donnerstag hatte Trump Biden schon einmal aufgefordert, Russland mit Nuklearschlägen zu drohen. Beängstigende Szenarien, die an den Kalten Krieg erinnern.

Der Republikaner verurteilt in seiner ersten öffentlichen Rede seit Kriegsbeginn zwar die Gewalt und die "brutale Invasion" Russlands und sagt, er glaube, dass der Konflikt zu einem "Dritten Weltkrieg" führen könnte. Doch er versäumt es erneut, Wladimir Putin zu verurteilen. Kurz vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine hatte Trump Putin sogar noch gelobt.

"Niemand war jemals härter zu Russland als ich"

Vielmehr macht Trump Biden für den Krieg in der Ukraine verantwortlich. "Unter Joe Biden wird Amerika weder gefürchtet noch respektiert. Noch nie wurde unser Land so behandelt, wie es jetzt der Fall ist", sagt Trump. "Andere Länder belehren uns und sagen uns, was wir tun sollen. Und das ist der Grund, warum wir überall auf der Welt Chaos, Chaos und Blutvergießen erleben."

Die USA hätten nun niemanden, der mit dem russischen Präsidenten reden könnte. "Sie hatten mit mir jemanden, mit dem er reden konnte", sagt Trump. "Niemand war jemals härter zu Russland als ich." Mit Bezug auf Nord Stream 2 sagte der Republikaner: "Ich bin derjenige, der die Pipeline gestoppt hat. Ich musste sie stoppen." Zwar war die Gas-Pipeline Trump lange ein Dorn im Auge, gestoppt hatte er sie jedoch nicht. "Ich bin derjenige, den er (Putin) während unserer Regierung nicht angegriffen hat", fährt Trump fort. Es sei während seiner Amtszeit seine "Persönlichkeit" gewesen, die die USA aus dem Krieg herausgehalten hätte.

An Eigenlob spart Trump auch in South Carolina nicht. Für den ukrainischen Widerstand sei er mitverantwortlich, schließlich habe er die militärische Unterstützung im Land während seiner Amtszeit gewährt. Dass er diese militärische Unterstützung lange Zeit verzögert hatte, um den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu erpressen, damit er Schmutz über Biden und seine Familie ausgräbt, erwähnt Trump natürlich nicht.

Ausweitung der Macht

Nicht nur spielt Trump in seiner Rede die Auswirkungen des Klimawandels herunter, er beharrt auch unnachgiebig darauf, die Wahl 2020 gewonnen zu haben. Noch verstörender zeichnet sich aber seine Vorschau darauf, wie eine weitere Trump-Regierung aussehen könnte. Denn abermals deutet der Republikaner an, dass er 2024 erneut kandidieren werde, auch wenn er den Schritt noch nicht offiziell bestätigt hat. Trump sagt unter tosendem Applaus: "Im Jahr 2024 werden wir dieses schöne, schöne Weiße Haus zurückerobern. Wir müssen wohl noch einmal antreten."

In der neuen, volatileren Welt, die der Angriff Russlands auf die Ukraine geschaffen hat, würde Trump nicht vor Atomdrohungen zurückschrecken - und die Welt damit noch ein Stück unsicherer und gefährlicher machen. Der Ex-Präsident sagt auch, dass er als erneuter Amtsinhaber jeden in der Exekutive loswerden wollen würde, der nicht ausreichend loyal ist. "Wir werden entscheidende Reformen verabschieden, die jeden Mitarbeiter der Exekutive durch den Präsidenten der Vereinigten Staaten entlassen können."

Trump schlägt also eine drastische Ausweitung der Macht des Präsidenten vor. In Zeiten wie diesen sind das noch schlechtere Zeichen, als sie es ohnehin schon wären. Seine erneute Präsidentschaft wäre eine Bedrohung für die gesamte Welt.

Quelle: ntv.de

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