"Ästhetisch furchtbar"Trump-Regierung setzt "sehr wokes" Bild auf die Verkaufsliste

Das US-Außenministerium will sich von unliebsamer Kunst trennen. Ein in der Botschaft in der Dominikanischen Republik gezeigtes Bild wird von Vertretern der Trump-Regierung scharf attackiert. Das könnte auch mit einer Verbindung des Künstlers zu Ex-Präsident Obama zusammenhängen.
Das US-Außenministerium will sich offenbar aus politischen Gründen von einem Kunstwerk des Malers Kehinde Wiley trennen. Das bisher in der US-Botschaft in der Dominikanischen Republik gezeigte Bild "Young Artists After Siamesas 1960" soll verkauft werden, berichtet die "New York Times".
"Wenn das machbar ist", sagte eine Sprecherin zu einem Verkauf, "wäre es das Ziel von 'Art in Embassies', dies mit Stolz zu tun." Ein kleineres Bild Wileys war dem Bericht zufolge im Jahr 2024 für 845.000 Dollar verkauft worden.
Auf dem nun abgehängten Bild sind vier Personen aus der Dominikanischen Republik vor einem blumigen Hintergrund zu sehen. Für die Direktorin des Bereichs "Art in Embassies", Erin Scavino, handelt es sich bei dem 2013 geschaffenen Bild um ein "sehr wokes" Kunstwerk, welches "ästhetisch furchtbar" sei. Der Künstler schuf das Bild im Auftrag der US-Regierung und finanziert aus Steuermitteln.
Das Gemälde wurde bereits in der vergangenen Woche aus der Botschaft entfernt, nachdem es zuvor mit einer Plane abgedeckt worden war, wie aus einem Instagram-Video der Botschafterin Leah Campos hervorgeht. Die von der Regierung von US-Präsident Donald Trump entsandte Vertreterin feierte die Entfernung des Gemäldes. "In der Trump-Regierung und unter meiner Führung wenden wir uns von globalistischen und 'woke'-Ideologien ab und bekennen uns stattdessen zum amerikanischen Patriotismus und zur Schönheit unseres großartigen Landes", schrieb sie zu dem auf Instagram geteilten Video, welches mit dem Rock-Song "We're Not Gonna Take It" unterlegt ist.
Ein Problem der Trump-Anhänger ist offenbar die Verbindung des Malers Wiley zum früheren US-Präsidenten Barack Obama. Wiley hatte das offizielle Präsidentenporträt des Demokraten geschaffen. Dies zeigt ihn auf einem Stuhl sitzend, umgeben von einem Naturhintergrund. Darüber hinaus erhob eine Sprecherin des Außenministeriums abstruse Vorwürfe des Rassismus gegen Weiße in Bezug auf den Künstler.