Politik
Mitarbeiter von Trumps  Übergangsteam sollen zwischen November 2016 und Januar 2017 abgehört worden sein.
Mitarbeiter von Trumps Übergangsteam sollen zwischen November 2016 und Januar 2017 abgehört worden sein.(Foto: imago/UPI Photo)
Mittwoch, 22. März 2017

Kongresspolitiker ist "besorgt": Trump-Team wurde womöglich überwacht

Trotz fehlender Beweise hält US-Präsident Donald Trump am Vorwurf fest, er sei von der Obama-Regierung abgehört worden. Nun legen neue Dokumente nahe, dass Trumps Übergangsteam tatsächlich belauscht wurde. Trump hilft das aber dennoch nicht.

Mitarbeiter von US-Präsident Donald Trump sind nach Angaben eines hochrangigen Kongresspolitikers womöglich von einer Überwachungsaktion der Geheimdienste betroffen gewesen. "Ich habe Berichte gesehen, die klar zeigen, dass der gewählte Präsident und sein Übergangsteam zumindest überwacht wurden", sagte der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Repräsentantenhaus, Devin Nunes, vor Journalisten. Die Aktion habe sich allerdings gegen ein anderes Land gerichtet und die Trump-Mitarbeiter seien nur "beiläufig" in den Berichten der Spione aufgetaucht, hieß es weiter. Trump sagte, er fühle sich durch die Angaben "einigermaßen bestätigt".

Datenschutz

Laut Nunes seien ihm die Unterlagen von einem Informanten zugespielt worden, der "dachte, dass wir davon erfahren sollten". Dessen Identität wollte er nicht preisgeben. Nunes erklärte, die gesammelten Informationen stünden in keinem Bezug zu Russland. "Ich denke, die Informationen sind legal gesammelt worden", so der Republikaner. "Das ist normales, zufälliges Sammeln." Dennoch sei er besorgt. Denn einige Namen seien nicht verschleiert worden, bevor die Unterlagen an diverse Nachrichtendienste verteilt worden seien. Dies sei unangemessen.

Nunes erklärte, er sehe trotz der neuen Erkenntnisse weiterhin keine Beweise dafür, dass der Präsident während des US-Wahlkampfes im Trump Tower abgehört wurde. Bereits bei einer Anhörung am Montag hatte Nunes erklärt, es sei klar, dass keine Wanze eingesetzt worden sei. "Aber es ist immer noch möglich, dass andere Überwachungsmethoden gegen Präsident Trump und seine Mitarbeiter benutzt wurden."

Geheimdienste dementierten Abhöraktion

Trump hatte behauptet, seine Telefone seien auf Geheiß seines Vorgängers Barack Obama illegal abgehört worden. Dies war sowohl von der Bundespolizei FBI als auch vom Abhördienst NSA als nicht zutreffend dementiert worden. Nunes sagte, er werde versuchen, bis Freitag mehr Informationen zu den zugespielten Dokumenten von FBI, CIA und NSA zu bekommen.

FBI-Chef James Comey hatte zuvor bestätigt, dass das FBI wegen einer mutmaßlichen Einflussnahme Russlands auf die Präsidentenwahl ermittelt. Die US- Geheimdienste werfen Russland vor, mit Cyberattacken gegen die Demokraten versucht zu haben, Trumps Siegeschancen zu steigern.

Quelle: n-tv.de