Politik

Stadt reicht Klage einTrump-Verwaltung lässt Sklaverei-Ausstellung abbauen

23.01.2026, 17:29 Uhr
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Das Präsidentenhaus in Philadelphia war die dritte Residenz eines US-Präsidenten.

Rund 15 Jahre klärt eine Ausstellung in Philadelphia über Sklaverei in den USA auf. Ein Dekret von Donald Trump sorgt nun dafür, dass sie einfach abgebaut wird.

In Philadelphia hat der Abbau einer Freiluftausstellung über die Geschichte der Sklaverei in den USA für Empörung gesorgt. "Es ist komplett inakzeptabel, dass die Nationalparkverwaltung unter der Leitung von Präsident Donald Trump und Innenminister Doug Burgum eine Ausstellung über Sklaverei abgebaut hat", erklärte Philadelphias Stadtratspräsident Kenyatta Johnson im Onlinedienst X. Die Großstadt im US-Bundesstadt Pennsylvania habe dagegen Klage eingereicht.

Die Ausstellung sei abgebaut worden, ohne dass die Stadt darüber informiert worden sei, hieß es in der Klageschrift gegen die US-Nationalparkverwaltung (NPS). Es handele sich "einen Versuch, die amerikanische Geschichte" zum Nachteil der Schwarzen "umzuschreiben", betonte Johnson. "Man kann Geschichte nicht einfach auslöschen, weil sie unbequem ist", mahnte er. Die Ausstellung wurde 2010 eröffnet und würdigte das Leben der neun Menschen, die dort von Präsident George Washington als Sklaven gehalten wurden.

Das US-Innenministerium bestätigte dem Sender ABC, dass der Abbau der Ausstellung eine Folge des Dekrets 3431 ist, das Trump im März unterzeichnet hatte. Darin forderte der US-Präsident, "die Wahrheit und den Verstand in der amerikanischen Geschichte wiederherzustellen" und die "Verbreitung von spaltender Ideologie" rückgängig zu machen. In dem Dekret wurde die Ausstellung in Philadelphia mit dem Titel "Freiheit und Sklaverei in der Entstehung einer neuen Nation" als Beispiel angeführt.

Trump geht seit Beginn seiner zweiten Amtszeit im Januar 2025 hart gegen Kulturinstitutionen und ihre angeblich linke Ideologie vor. Der US-Präsident ließ im vergangenen Jahr unter anderem missliebige Inhalte aus den Nationalmuseen in Washington entfernen.

Quelle: ntv.de, mba/AFP

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