Wegen Kritik am Iran-KriegTrump attackiert erneut Papst Leo: Gefährdet viele Katholiken

Wegen unterschiedlicher Ansichten zum Krieg der USA und Israels gegen den Iran liefern sich US-Präsident Trump und Papst Leo einen öffentlichen Schlagabtausch. Nun soll US-Außenminister Rubio bei einem Besuch im Vatikan die Wogen glätten. Doch Trump legt abermals nach.
Donald Trump hat einen erneuten verbalen Angriff gegen Papst Leo XIV. gestartet. Der US-Präsident warf dem Pontifex vor, "viele Katholiken in Gefahr zu bringen", weil er "es für in Ordnung hält, dass der Iran eine Atomwaffe besitzt". Die Äußerungen Trumps erfolgen laut einem Bericht des "Guardian" zwei Tage vor dem Treffen zwischen US-Außenminister Marco Rubio und Leo im Vatikan.
Im Gespräch mit Hugh Hewitt, einem bekannten konservativen Radiomoderator des US-amerikanischen Nachrichtensenders "Salem News", sagte Trump, der Papst "spreche lieber darüber, dass es in Ordnung sei, wenn der Iran Atomwaffen besitze, und ich glaube nicht, dass das sehr gut ist". Dann fügte der US-Präsident hinzu: "Ich glaube, er gefährdet viele Katholiken und viele andere Menschen. Aber wenn es nach dem Papst geht, findet er es wohl völlig in Ordnung, dass der Iran Atomwaffen besitzt."
Richtig ist zwar, dass der in Chicago geborene Papst Leo XIV. sich wiederholt gegen den Iran-Krieg und die darauffolgende Eskalation des Konflikts im Libanon und im gesamten Nahen Osten ausgesprochen und zu Waffenstillständen und Dialog aufgerufen hat. Das katholische Kirchenoberhaupt verurteilte im April die "sinnlose und unmenschliche Gewalt" und sagte, Christen könnten nicht an der Seite jener stehen, die "heute Bomben abwerfen". Vor Gläubigen im Petersdom sagte Leo: "Genug des Krieges!" Jedoch hat er nie direkt gesagt, dass der Iran Atomwaffen besitzen sollte.
Trump hatte wütend auf den Aufruf des Papstes reagiert und ihm bereits im April vorgeworfen, sich mit einem Land gemein zu machen, "das eine Atomwaffe will". Der Papst entgegnete daraufhin, er habe "keine Angst" vor der Trump-Regierung und sehe es als seine "moralische Pflicht", sich gegen den Krieg auszusprechen. Später bedauerte Leo jedoch, dass Äußerungen von ihm als kritische Anspielung auf Trump wahrgenommen worden seien.
Auch US-Vizepräsident JD Vance hatte den Papst scharf kritisiert und gesagt, der Vatikan solle sich "auf Fragen der Moral beschränken" und Leo solle vorsichtig sein, wenn es um Gespräche über Theologie und Krieg gehe. Der als Protestant aufgewachsene Vance war 2019 zum Katholizismus konvertiert.
Wogen sollen geglättet werden
Trump hatte Papst Leo zudem als schwach bezeichnet und behauptet, dieser mache seine Sache als Pontifex nicht gut. Der US-Präsident teilte außerdem ein KI-generiertes Bild, das ihn selbst als Christus darstellte, bevor er es wieder löschte und erklärte, es habe ihn in Wirklichkeit als Arzt gezeigt. Ziel des Treffens zwischen Rubio und Papst Leo ist es nun, die Spannungen abzubauen, die durch Trumps vorherigen Angriff auf den Pontifex entstanden waren. Die Reise des US-Außenministers fällt mit dem ersten Jahrestag von Leos Pontifikat zusammen.
Rubio wird sich wohl auch bemühen, in Rom die Wogen mit der italienischen Regierung zu glätten, nachdem Trump die Ministerpräsidentin Giorgia Meloni dafür kritisiert hatte, dass sie seine Äußerungen gegen Leo verurteilt hatte. Zudem rügte der US-Präsident Italiens Regierung dafür, die Angriffe auf den Iran nicht zu unterstützen, und drohte mit dem Abzug der US-Truppen aus dem Land. Meloni war bisher eine der engsten Verbündeten Trumps in Europa. Neben dem Papst soll Rubio außerdem den vatikanischen Staatssekretär Pietro Parolin treffen, bevor er am Freitagmorgen Meloni und den italienischen Außenminister Antonio Tajani trifft.
Rubio und Vance nahmen im Mai des vergangenen Jahres an der Amtseinführung des Papstes teil. Am Tag darauf hatten beide eine Privataudienz bei ihm, bei der sie ihm eine Einladung von Trump ins Weiße Haus überreichten, die Leo bisher jedoch noch nicht angenommen hat.