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Gespräche sind "tot" Trump beerdigt US-Verhandlungen mit Taliban

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"Wir würden gerne gehen, aber wir werden zur richtigen Zeit gehen", beschreibt Trump den geplanten Truppenabzug aus Afghanistan.

(Foto: imago images / ZUMA Press)

Die USA verhandeln über Monate mit den Taliban, um eine friedliche Lösung in Afghanistan zu finden. Nach dem Tod eines US-Soldaten bricht Trump die Gespräche ab. Diesen Schritt würden die USA bald bereuen, erwidern die Taliban.

Nach der Absage seines geplanten Treffens mit hochrangigen Taliban-Vertretern hat US-Präsident Donald Trump die Verhandlungen mit den Aufständischen für gescheitert erklärt. "Sie sind tot", sagte Trump vor Reportern im Weißen Haus mit Blick auf die seit Monaten andauernden Gespräche mit den Taliban.

Der Präsident machte deutlich, dass er fast 18 Jahre nach Beginn des Einsatzes weiterhin einen Abzug der US-Truppen aus Afghanistan anstrebt, dies aber nicht vorschnell machen möchte. "Wir würden gerne gehen, aber wir werden zur richtigen Zeit gehen." Trump hatte am Samstagabend auf Twitter mitgeteilt, er habe für Sonntag in Camp David geplante Geheimtreffen mit Taliban-Vertretern und - getrennt davon - mit dem afghanischen Präsidenten Aschraf Ghani abgesagt. Als Grund nannte Trump einen Anschlag der Taliban am vergangenen Donnerstag in der afghanischen Hauptstadt Kabul mit zwölf Toten, darunter ein US-Soldat.

US-Außenminister Mike Pompeo hatte eine mögliche Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen mit den Taliban am Sonntag nicht ausgeschlossen. Nach der Absage Trumps haben die radikalislamischen Taliban angekündigt, ihren Kampf gegen die US-Streitkräfte in Afghanistan fortzusetzen. Die USA würden ihre Entscheidung "bald bereuen", sagte Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid der Nachrichtenagentur AFP. "Wir hatten zwei Möglichkeiten, die Besatzung in Afghanistan zu beenden. Die eine waren Dschihad und Kämpfe, die andere waren Gespräche und Verhandlungen." Wenn US-Präsident Donald Trump die Gespräche beenden wolle, "werden wir die erste Möglichkeit wählen", fügte Mudschahid hinzu. Zuvor hatten die Taliban noch erklärt, sie seien weiterhin bereit, Gespräche zu führen.

 Die USA verhandeln seit Monaten mit den radikalislamischen Aufständischen über ein Abkommen, das den Weg für einen Abzug der US-Truppen und für Frieden bereiten soll. Trump verteidigte seinen Plan, vor dem Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 hochrangige Taliban-Vertreter in Camp David - dem Landsitz des US-Präsidenten - zu empfangen.

In Camp David sei es in der Vergangenheit zu zahlreichen Treffen mit "sogenannten schlechten Menschen" gekommen, die nicht als "politisch korrekt" gegolten hätten. Kriege würden durch Verhandlungen beendet. Die Idee eines Treffens sei seine gewesen, sagte Trump. "Und es war meine Idee, es abzusagen." Trump und Vizepräsident Mike Pence dementierten auf Twitter Medienberichte, wonach Trump das geplante Treffen gegen den Widerstand unter anderem von Pence durchsetzen wollte. Der Präsident betonte, der einzige Grund für die Absage sei der Tod des US-Soldaten gewesen. Die Taliban seien sich im Klaren darüber, "dass sie einen großen Fehler begangenen haben".

Quelle: n-tv.de, mba/dpa/AFP

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