Politik

Anhörung vor US-Kongress Trump bezeichnet Cohen als Lügner

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Der zu dreijähriger Haft verurteilte Cohen warf Trump eine Serie von Rechtsbrüchen und Lügen vor.

(Foto: picture alliance/dpa)

Dass sein ehemaliger Anwalt Cohen ausgerechnet während des Gipfels mit Kim vor dem US-Kongress aussagen musste, ist für US-Präsident Trump "wirklich eine schlimme Sache". Cohen habe keinerlei Beweise für seine Anschuldigungen und "viel gelogen".

US-Präsident Donald Trump hat seinen langjährigen Anwalt Michael Cohen nach dessen dramatischer Aussage im US-Kongress der Lüge bezichtigt. "Er hat viel gelogen", sagte Trump in Hanoi nach seinem Gipfeltreffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un.

In der Anhörung habe Cohen zudem keine Beweise für illegale Absprachen mit Moskau im Präsidentschaftswahlkampf 2016 liefern können, sagte Trump. Bei der Anhörung vor dem permanenten Untersuchungsausschuss des Repräsentantenhauses hatte der Anwalt Trump am Mittwoch scharf attackiert und als "Rassisten", "Betrüger" und "Schwindler" bezeichnet.

Trump beschwerte sich darüber, dass Cohen ausgerechnet während seines Gipfeltreffens mit Kim vor dem Kongress aussagte. Eine solche Anhörung "mitten in diesem sehr wichtigen Gipfel" anzusetzen, sei "wirklich eine schlimme Sache", sagte Trump. Die Russland-Ermittlungen von Sonderermittler Robert Mueller zu möglichen illegalen Absprachen mit Russland bezeichnete er erneut als "Schwindel" und "Hexenjagd".

Cohen war über ein Jahrzehnt lang einer der engsten Vertrauten Trumps. Er ist wegen Steuer- und Bankenbetrugs sowie Verstoßes gegen Wahlkampffinanzierungsregeln zu einer dreijährigen Gefängnisstrafe verurteilt, die er im Mai antreten soll. Die Anschuldigungen fallen in eine für Trump heikle Phase.

Befragung hinter verschlossenen Türen

Der Sonderermittler Mueller steht Medienberichten zufolge kurz davor, seine Arbeit abzuschließen. Er untersucht, ob es vor der Wahl 2016 Absprachen zwischen Russland und Trumps Team gegeben hat. Trump wie auch die Regierung in Moskau haben die Vorwürfe zurückgewiesen.

Cohen wird auch an diesem Donnerstag im Kongress befragt, allerdings dieses Mal im Geheimdienstausschuss hinter verschlossenen Türen. Der Vorsitzende des Gremiums, der Demokrat Adam Schiff, twitterte im Vorfeld, er werde unter anderem bei Trumps Immobilienplänen in Moskau und Cohens Falschaussagen in der Vergangenheit nachbohren.

Quelle: ntv.de, jki/AFP/rts