Politik

"Für sie sehr gefährlich"Trump droht Großbritannien wegen Starmers China-Reise

30.01.2026, 17:13 Uhr
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Trump bei der Premiere des Films "Melania". (Foto: AP)

Mit seiner Strafzoll-Politik hat der US-Präsident auch langjährige Verbündete aufgebracht. Nun beobachtet Trump mit Missfallen eine Reise des britischen Premiers nach Peking. Starmer kontert die Drohungen aus Washington.

Der britische Premierminister Keir Starmer hat bei seinem China-Besuch Kritik von US-Präsident Donald Trump an einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen London und Peking zurückgewiesen. "Die USA und Großbritannien sind sehr enge Verbündete und darum haben wir den Besuch vorab mit seinem Team besprochen", sagte Starmer mit Blick auf Trumps Drohung. Trump hatte am ersten Tag von Starmers China-Besuch gesagt, es sei für Großbritannien "sehr gefährlich", mit China Geschäfte zu machen. Weitere Details nannte er am Rande einer Filmpremiere in Washington nicht.

Starmers Besuch in Peking findet vor dem Hintergrund von Trumps wiederholten Drohungen mit Strafzöllen und seiner Forderung statt, Grönland zu übernehmen, was langjährige Verbündete wie Großbritannien verunsichert hat. Starmer wies in einem Fernsehinterview darauf hin, dass auch Trump in den kommenden Monaten zu einem Besuch in China erwartet werde. "Ich halte es nicht für klug, wenn Großbritannien den Kopf in den Sand steckt. China ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt", fügte der britische Regierungschef hinzu.

Starmer: "Echte Fortschritte erzielt"

Das chinesische Außenministerium erklärte in einer Reaktion auf Trumps Kritik, China sei bereit, "die Zusammenarbeit mit allen Ländern" zu verstärken, wenn beide Seiten davon profitierten. Starmer war am Vortag in Peking mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping und Ministerpräsident Li Qiang zusammengekommen. Später sagte Starmer bei einem Treffen mit Wirtschaftsvertretern aus beiden Ländern in Shanghai, bei den Gesprächen seien "echte Fortschritte erzielt" worden.

Nach Angaben der britischen Regierung stimmte China unter anderem zu, dass Inhaber eines britischen Passes für China-Reisen von bis zu 30 Tagen künftig kein Visum mehr benötigen. Damit zieht Großbritannien mit rund 50 anderen Ländern gleich, deren Staatsbürger bereits ohne Visum nach China einreisen können, darunter auch Deutschland. Wann die Neuregelung in Kraft tritt, ist allerdings noch unklar. US-Handelsminister Howard Lutnick äußerte sich skeptisch über die Erfolgsaussichten Großbritanniens im Umgang mit China. "Die Chinesen sind die größten Exporteure, und es ist sehr, sehr schwierig, dorthin zu exportieren", sagte er.

Auch andere europäische Spitzenpolitiker suchen den Kontakt zur Volksrepublik und der Führung in Peking. So wird Bundeskanzler Friedrich Merz in Kürze in China erwartet, der französische Präsident Emmanuel Macron war im Dezember dort. Starmers Reise folgt zudem unmittelbar auf eine China-Reise des kanadischen Ministerpräsidenten Mark Carney, der in Peking ein Handelsabkommen unterzeichnet hatte. Trump drohte Kanada daraufhin mit einem Zollaufschlag von hundert Prozent auf alle Waren.

Quelle: ntv.de, mau/AFP/rts

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