Wirtschaft

Diesmal Flugzeugbauer im VisierTrump verstärkt den Druck auf Kanada

30.01.2026, 07:24 Uhr
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Ein neuer Strafzoll würde wohl vor allem den Flugzeughersteller Bombardier treffen.

Der Streit zwischen den USA und Kanada geht in eine neue Runde. Dabei will US-Präsident Trump diesmal nicht nur zur Zollkeule greifen.

US-Präsident Donald Trump droht dem Nachbarland Kanada mit einem neuen Strafzoll in Höhe von 50 Prozent für den Import von Flugzeugen. Zudem erklärte Trump auf seiner Plattform Truth Social, sämtlichen Maschinen des kanadischen Flugzeugbauers Bombardier und allen anderen dort hergestellten Jets werde die US-Genehmigung entzogen.

Als Grund für den Entzug und den möglichen Strafzoll nannte Trump den Umgang der kanadischen Behörden mit Gulfstream, einem US-Hersteller von Geschäftsflugzeugen. Kanada habe mehreren Modellen des Bombardier-Konkurrenten keine Betriebsgenehmigungen erteilt und damit im Prinzip deren Verkauf in dem Nachbarland verboten, klagte Trump. Sollte dies nicht "sofort korrigiert" werden, werde er eine zusätzliche Importgebühr von 50 Prozent verhängen, drohte der Präsident.

Das in Quebec ansässige Unternehmen Bombardier erklärte, es habe von Trumps Aussage "Kenntnis genommen" und stehe "in Kontakt mit der kanadischen Regierung". Tausende in Kanada hergestellte Flugzeuge flögen täglich in die USA. "Wir hoffen, dass dies schnell gelöst wird, um erhebliche Auswirkungen auf den Luftverkehr" zu vermeiden, erklärte Bombardier.

Der Entzug der Zulassung für alle in Kanada hergestellten Flugzeuge würde auch CRJ-Regionalflugzeuge und Airbus-Flugzeuge vom Typ A220 beinhalten. Diese Flieger werden von mehreren großen US-Fluggesellschaften für Kurzstrecken-Flüge eingesetzt.

Erst vor wenigen Tagen hatte Trump Kanada mit horrenden Zöllen gedroht, um eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit des Nachbarn mit China zu verhindern. Sollte die kanadische Regierung einen Deal mit der Volksrepublik schließen, würden alle Importe aus Kanada mit einem 100-Prozent-Zollsatz belegt, schrieb er auf Truth Social.

Kanadas Premierminister Mark Carney war im Januar nach Peking gereist und kündigte danach eine engere Zusammenarbeit mit China an. So nimmt Kanada einen Teil seiner Zölle auf chinesische Elektroautos zurück, im Gegenzug will China Handelshemmnisse für kanadische Agrarprodukte wie Raps abbauen.

Carney hielt eindringliche Rede

Nach seiner China-Reise fiel Carney beim Weltwirtschaftsforum in Davos mit einer eindringlichen Rede auf, die auch als Kritik an Trump und dessen aggressiver "America First"-Politik verstanden wurde. Der US-Präsident hatte mehrfach davon gesprochen, dass Kanada als Bundesstaat in die USA integriert werden sollte.

Das Verhältnis zwischen den USA und Kanada hat sich seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus vor einem Jahr drastisch verschlechtert. Trump greift häufig zu Zöllen, um seinen Willen durchzusetzen. Davon bleiben auch traditionell enge Verbündete wie Kanada nicht verschont. Bisweilen nutzt Trump Zölle aber auch nur als Drohgebärde und setzt diese letztlich nicht um.

Quelle: ntv.de, ghö/dpa/AFP

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