Politik
Gute Miene zum bösen Spiel? Trump mit Trudeau.
Gute Miene zum bösen Spiel? Trump mit Trudeau.(Foto: REUTERS)
Dienstag, 12. Juni 2018

Trudeau-Äußerungen bei G7-Gipfel: Trump droht Kanada mit Konsequenzen

Mit einem Tweet nimmt Trump seine Zustimmung zur G7-Abschlusserklärung zurück. Als Grund gibt er die Äußerungen von Kanadas Regierungschef Trudeau an. Zwei Tage später legt der US-Präsident noch einmal nach.

Nach dem Eklat beim G7-Gipfel hat US-Präsident Donald Trump dem Gastgeberland Kanada mit Konsequenzen gedroht. Das Treffen der Staats- und Regierungschefs sei zwar "sehr gut" gewesen, sagte Trump eher versöhnlich nach seinem Gipfel mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in Singapur. Zugleich warnte er aber den kanadischen Regierungschef Justin Trudeau, dass dessen kritische Bemerkungen direkt nach dem G7-Gipfel Kanada noch "eine Menge Geld" kosten würden.

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Trump hatte in der Nacht auf Sonntag für einen Eklat gesorgt, als er über Twitter der zuvor mühsam ausgehandelten Abschlusserklärung zum Gipfeltreffen der G7-Staaten in Kanada seine Unterstützung entzog. Trump begründete seine Volte mit dem Verhalten Trudeaus.

Der Gastgeber hatte in seiner Abschluss-Pressekonferenz mit Blick auf die US-Strafzölle erklärt, die Kanadier ließen sich "nicht herumschubsen". Er kündigte auch erneut Gegenzölle Kanadas gegen die USA an. Washington hatte dies vehement kritisiert und Trudeau vorgeworfen, er sei den USA nach dem Gipfel heimtückisch in den Rücken gefallen.

Trump sagte nun nach dem Nordkorea-Gipfel, den er als ausgesprochen erfolgreich bezeichnete, dass auch der G7-Gipfel "sehr freundlich" gewesen sei. Mit Bundeskanzlerin Angela Merkel verstehe er sich "sehr gut". Auch zu Trudeau habe er "ein gutes Verhältnis" gehabt. "Wir lachten."

Foto spiegelt nicht Atmosphäre wider

Dann aber habe Trudeau behauptet, die Kanadier würden "herumgeschubst". Das habe er im Fernsehen im Flugzeug, der Air Force One, nach seiner Abreise von dem Gipfel gesehen, sagte der US-Präsident. Tatsächlich gebe es aber ein riesiges Handelsdefizit mit Kanada zu Ungunsten der USA, da etwa hohe Zölle vor allem auf US-Milchprodukte erhoben würden.

Die angespannte Stimmung auf einem Foto mit Kanzlerin Angela Merkel und anderen spiegelt den Worten des US-Präsidenten zufolge nicht die wirkliche Atmosphäre auf dem G7-Gipfel wider. "Ich weiß, dass es unfreundlich aussah", sagte Trump. "Aber wir redeten gerade über etwas, das nichts mit dem Gipfel zu tun hatte." Als die Aufnahme von dem Fotografen des Bundespresseamts gemacht wurde, hätten sie gerade auf Dokumente gewartet, die auf Wunsch der USA geändert worden seien, sagte Trump.

Auf dem Bild sitzt Trump fast trotzig mit verschränkten Armen, während Merkel sich stehend auf einen Tisch stützt und ernst auf ihn einredet. Japans Ministerpräsident Shinzo Abe und US-Berater wie John Bolton stehen daneben und schauen Merkel an. Das starke Foto war zum Sinnbild für die Differenzen auf dem Gipfel geworden.

Mit Blick auf Deutschland verwies Trump in Singapur erneut auf seine Forderung nach einer Erhöhung der deutschen Verteidigungsausgaben. "Wir schützen Länder in Europa. Obendrein bringen sie uns beim Handel um", sagte Trump, der auch den deutschen Handelsüberschuss mit den USA schon mehrfach kritisiert hat. "Das kann nicht so sein."

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Quelle: n-tv.de