"Nicht jeder" mochte ihnTrump ehrt gestorbenen US-Senator Graham als "amerikanisches Original"

Bei seiner Trauerrede für Lindsey Graham gibt sich US-Präsident Trump ungewohnt staatstragend und ehrt das Andenken des Senators mit würdevollen Worten. An einer Stelle kann Trump dann aber doch nicht an sich halten - das Geschriebene hält er offensichtlich nur für die halbe Wahrheit.
Mit lobenden Worten hat US-Präsident Donald Trump an den gestorbenen US-Senator Lindsey Graham erinnert. "Nirgendwo auf der Welt" sei etwas ohne Grahams Meinung geschehen und kein Gesetz sei ohne sein Mitwirken verabschiedet worden, sagte er bei der Trauerfeier über seinen langjährigen Verbündeten, den er als "einen geliebten Freund, einen treuen Bruder, einen hochangesehenen Staatsmann, eine prägende Figur des US-Senats und ein wahres amerikanisches Original" bezeichnete. "Es gab wirklich niemanden wie Lindsey Graham."
An einer Stelle wich Trump allerdings von seinem Redemanuskript ab. "Praktisch jeder, ob Republikaner oder Demokrat, mochte Lindsey", las der Präsident vor - und brach dann ab. "Na ja, nicht jeder. Aber das klingt gut." Graham sei ein "harter Hund" gewesen. Im Saal sorgten die Bemerkungen für vernehmbares Gelächter.
Graham war Mitte des Monats im Alter von 71 Jahren an den Folgen einer Gefäßerkrankung gestorben. Er vertrat den US-Bundesstaat South Carolina ab Mitte der 90er Jahre zunächst im Repräsentantenhaus. 2003 begann seine erste Amtszeit als Senator. Er galt als erfahrener Außenpolitiker und beschäftigte sich mit den großen Konfliktherden. Wenige Tage vor seinem Tod konnte er dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Kiew noch die Botschaft überbringen, dass das Weiße Haus ein neues Sanktionsgesetz gegen Russland unterstütze. Im Iran sprach er sich für einen Machtwechsel aus.
Welche immense Bedeutung Graham für die Weltpolitik hatte, zeigte sich bereits an der Gästeliste: Neben dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu kam auch Selenskyj. Zu Gast warne beide vorab separat auch im Weißen Haus. Details dazu, was bei den bilateralen Gesprächen mit Trump herauskam, gab es zunächst nicht.