Politik

"Gratuliere - wurde auch Zeit" Trump feiert mal wieder Sieg über den IS

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Vorher alles rot, nachher alles leer: Trump feiert den Sieg über den Islamischen Staat. Der US-Präsident ist allerdings etwas früh dran.

(Foto: dpa)

US-Präsident Trump feiert den Sieg über den Islamischen Staat und verkündet - nicht zum ersten Mal - die Niederlage des Kalifats. Derweil kämpfen die kurdischen Milizen unter dem Feuerschutz der US-Armee weiter.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) kontrolliert nach Darstellung von US-Präsident Donald Trump kein Territorium in Syrien mehr. In Florida zeigte Trump Journalisten zwei Landkarten des Landes, die einmal die IS-Gebiete zum Zeitpunkt seiner Wahl - mit roten Punkten - und einmal jetzt - leer - zeigten. "Gratuliere", sagte er und fügte hinzu: "Ich glaube, es wird auch mal Zeit."

Dagegen erklärte die Anti-IS-Koalition: "Der Einsatz zur vollständigen Befreiung von Baghus läuft." Die Schlacht bleibe heftig und die Dschihadisten zeigten, dass sie bis zuletzt zu kämpfen entschlossen seien. Ein Vertreter der von den USA unterstützten Syrischen Demokratische Armee (SDF) sagte, es gebe noch Widerstandsnester in der letzten IS-Enklave Baghus im Osten des Landes. Die Islamisten hätten sich an zwei Stellen verschanzt, erläuterte er der Nachrichtenagentur Reuters. "Bislang gehen die Kämpfe weiter."

Nach zweitägiger Feuerpause geriet die letzte Bastion des IS im Osten Syriens abermals unter Beschuss. Flugzeuge der internationalen Anti-IS-Koalition bombardierten die Positionen der Dschihadisten am Ufer des Euphrat nahe dem Dorf Baghus, teilten die kurdischen Milizionäre mit, die seit Monaten die Ortschaft an der irakischen Grenze belagern.

Ein SDF-Kommandeur sagte, seine Truppen kämpften an mehreren Fronten gegen die Dschihadisten. In den vergangenen 48 Stunden hätten die Befreier ihre Stellungen im einstigen Lager der Dschihadisten in Baghus gefestigt und zahlreiche verletzte IS-Kämpfer und ihre Angehörigen abtransportiert. Nach der Einnahme des chaotischen Zeltlagers in Baghus bleibt den Dschihadisten nur noch ein schmaler Streifen am Euphrat.

Zehntausende Menschen sind laut der Hilfsorganisation Medico nach dem Vormarsch der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) auf die letzte IS-Bastion Baghus auf der Flucht. Das Flüchtlingslager in Al-Hol im Norden Syriens sei durch die unerwartet hohe Zahl Ankommender völlig überlastet, teilte Medico mit. Es beherberge mehr als 65.000 Menschen, sei aber nur für 10.000 Menschen ausgelegt. Unter den im Flüchtlingslager Ankommenden sind laut Medico neben Opfern des IS auch Angehörige der Terrormiliz. Nach monatelangen Kämpfen steht das sogenannte Kalifat kurz vor dem endgültigen Zerfall.

Quelle: n-tv.de, mau/rts/AFP/dpa

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