Politik

Bizarre UN-SicherheitsratssitzungTrump führt Krieg, Melania mahnt Weltfrieden an

02.03.2026, 23:02 Uhr
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First Lady Melania Trump: Immer für den Frieden. (Foto: AP)

Bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats geht es nicht um den Krieg im Iran - sondern um Bildung in Konfliktgebieten. Die überraschende Vorsitzende für die USA: First Lady Melania Trump.

Am Montagmorgen brüstete sich US-Präsident Donald Trump damit, die USA würden mit ihrem seit Samstag andauernden Krieg im Nahen Osten den Iran "windelweich prügeln". Die "große Angriffswelle" komme noch, aber es laufe sehr gut mit dem "besten Militär de Welt". Am Nachmittag leitete seine Frau Melania eine Sitzung des UN-Sicherheitsrates. Die Agenda des Gremiums bei den Vereinten Nationen, das Kriege verhindern soll: Erhalt von internationalem Frieden und Sicherheit, Unterpunkt Kinder, Technik und Bildung in Konflikten.

Melania eröffnete die Sitzung als Vertreterin der Vereinigten Staaten. Ihre offizielle Rolle bei der Sitzung war bereits überraschend angekündigt worden, als noch nicht klar war, ob und wann die Vereinigten Staaten den Iran angreifen würden. Durch den Krieg im Nahen Osten bekam der Auftritt der Präsidentengattin so etwas wie Brisanz. Aber im Grunde ist er schlicht bizarr: Ihr Mann führt Krieg, Melania spricht vom Weltfrieden. Die First Lady unterstreicht damit einmal mehr die Gegensätze ihrer Äußerungen zur Politik des Präsidenten.

Rosemary DiCarlo, Untersekretärin für Politik und Friedensbildung und ebenfalls eine US-Amerikanerin, gibt jedoch zunächst einen Überblick zum Thema Bildung. "Wir sind mit der höchsten Zahl bewaffneter Konflikte seit dem Zweiten Weltkrieg konfrontiert", so DiCarlo. Die Vereinten Nationen hätten im Jahr 2024 insgesamt 2374 Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser bestätigt. Viele weitere seien nur aufgrund mangelnden Zugangs nicht verifiziert worden. "Die meisten Angriffe im Jahr 2024 fanden in der Ukraine, in Israel, den besetzten palästinensischen Gebieten und in Haiti statt."

"Konflikte entstehen aus Ignoranz"

Bevor DiCarlo ihren mehrminütigen Vortrag beendet, spricht sie Melania mit einer Selbstverständlichkeit direkt an. Aufgrund der aktuellen Lage klingt es wie offene Kritik: "Frau Präsidentin, der wirksamste Weg, Kinder vor Konflikten zu schützen, besteht darin, Kriege zu verhindern und zu beenden." Die Schaffung von Frieden stehe im Mittelpunkt der Arbeit der Vereinten Nationen. "Wir müssen alle gemeinsam auf dieses Ziel hinarbeiten."

Melania ist dabei keine Regung anzumerken. Sie bleibt beim Protokoll, liest aber ihrerseits eine Stellungnahme zu Gefahren und Chancen von Bildung vor. Es ist alles nichts Wildes, die First Lady lobt etwa Smartphones und Künstliche Intelligenz als hilfreiche Zukunftstechnik. Zum Schluss weist sie auf eine messerscharfe Erkenntnis hin: "Konflikte entstehen aus Ignoranz, aber Wissen schafft Verständnis und ersetzt Angst durch Frieden und Einheit." Sie mahnt an: "Ich bitte Sie inständig, eine zukünftige Generation von Führungspersönlichkeiten zu schaffen, die sich für Frieden durch Bildung einsetzen." Ein löbliches Ziel. Wer weiß, wann es formuliert wurde.

Quelle: ntv.de, rpe

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