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Gespräch mit Selenskyj zu Biden Trump gibt Telefon-Protokoll frei

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Die Welt soll erfahren, was Donald Trump am Telefon gesagt hat.

(Foto: dpa)

In der Debatte um ein Telefonat mit dem ukrainischen Staatschef Selenskyj geht US-Präsident Trump in die Offensive: Die Öffentlichkeit soll erfahren, was genau von den beiden besprochen wurde. Die Ankündigung dürfte die Demokraten trotzdem kalt lassen. Sie planen ein Amtsenthebungsverfahren.

US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben autorisiert, dass ein ungeschwärztes Transkript seines Telefonats mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am morgigen Mittwoch veröffentlicht wird. "Sie werden sehen, dass es ein sehr freundlicher und absolut angemessener Anruf war", twitterte Trump. Die Debatte um das Gespräch, in dem es auch um die Geschäfte des Sohns von Joe Biden ging, bezeichnete der Republikaner als Fortsetzung der "größten und zerstörerischsten Hexenjagd aller Zeiten".

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Im Kern geht es aktuell um folgenden Vorwurf gegen den 73-Jährigen: Trump soll Selenskyj in dem Telefonat im Juli mehrfach aufgefordert haben, Ermittlungen einzuleiten, die dem demokratischen Präsidentschaftsbewerber Biden schaden könnten. Im Gegenzug soll Trump dem Ukrainer auch ein unangemessenes "Versprechen" gegeben haben - zu dessen Inhalt ist indes nichts bekannt.

US-Medien berichteten, Trump habe persönlich angeordnet, der Ukraine zugesagte Hilfen in Höhe von rund 400 Millionen US-Dollar zunächst nicht auszuzahlen. Dem widersprach der Präsident. Er wirft Biden wiederum vor, die Ukraine in seiner damaligen Funktion als Vizepräsident unter Druck gesetzt zu haben, um Korruptionsermittlungen gegen seinen Sohn Hunter Biden zu verhindern. Dieser arbeitete für ein ukrainisches Gasunternehmen. In der Firma soll es Fälle von Korruption gegeben haben, Hunter Biden wurden aber nie persönlich Vorwürfe gemacht.

Demokraten sehen in dem Telefonat eine versuchte Beeinflussung der im November 2020 anstehenden Präsidentenwahl mit Hilfe einer ausländischen Regierung und möglichen Amtsmissbrauch. In ihren Reihen mehren sich die Rufe nach einem Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten.

Pelosi gibt Erklärung ab

Auch Joe Biden sprach sich für ein solches Verfahren aus, sollte Trump bei der Aufarbeitung der Ukraine-Affäre nicht voll mit dem US-Kongress kooperieren. Wie sein Wahlkampf-Team in Washington mitteilte, will Biden den US-Präsidenten dazu aufrufen, allen Forderungen des Kongresses zu dem Fall nachzukommen. Sollte Trump dies nicht tun, "hat der Kongress keine andere Wahl als die Amtsenthebung".

Die Präsidentin des US-Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, will der "Washington Post" zufolge noch am Abend den Start einer Untersuchung zu einem Amtsenthebungsverfahren gegen Trump bekanntgeben. Die Zeitung berief sich auf Quellen in der Demokratischen Partei. Pelosi hatte zuvor für 23 Uhr (MESZ) eine Erklärung zu einer Untersuchung gegen Trump angekündigt. Details nannte sie nicht.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa/AFP/rts

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