Politik

Gespräch mit Selenskyj im April Trump gibt zweites Telefon-Protokoll frei

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US-Präsident Trump nennt die derzeitigen Vorgänge in Washington eine "Hexenjagd".

(Foto: imago images/UPI Photo)

In der brodelnden Ukraine-Affäre geht US-Präsident Trump in die Offensive: Er veröffentlicht die Mitschrift eines weiteren Telefonats, das er mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj geführt hat. Der Name seines demokratischen Widersachers fällt in dem Gespräch nicht.

US-Präsident Donald Trump hat eine weitere Gesprächsmitschrift eines Telefonats mit dem damals designierten ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj veröffentlicht. In dem Gespräch am 21. April gratulierte Trump Selenskyj zu seinem Wahlsieg, wie aus dem Protokoll hervorgeht. Anders als in einem weiteren Telefonat am 25. Juli ermuntert Trump Selenskyj in dem Gespräch im April nicht zu Ermittlungen, die seinem Rivalen Joe Biden von den US-Demokraten hätten schaden können. Das Telefonat im April besteht im Wesentlichen aus dem Austausch freundlicher Worte.

Das Telefonat vom Juli steht im Zentrum der Ukraine-Affäre in den USA. Unter großem innenpolitischem Druck hatte Trump im September ein Protokoll dieses Gesprächs veröffentlicht. Die US-Demokraten im Repräsentantenhaus führen Untersuchungen, die zu einem Amtsenthebungsverfahren (das sogenannte Impeachment) gegen Trump führen könnten. Sie werfen ihm vor, seine Macht missbraucht zu haben, um die ukrainische Regierung dafür zu gewinnen, sich zu seinen Gunsten in den US-Wahlkampf einzumischen. Trump spricht von einer "Hexenjagd".

Es besteht der Verdacht, dass Trump Militärhilfe an das Land in Höhe von rund 400 Millionen US-Dollar als Druckmittel einsetzte. Trump wirft Biden vor, in seiner früheren Funktion als US-Vizepräsident Anstrengungen unternommen zu haben, um seinen Sohn vor der ukrainischen Justiz zu schützen. Hunter Biden war bei einem Gaskonzern in der Ukraine beschäftigt. Joe Biden hat gute Chancen auf die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten bei der Wahl nächstes Jahr. Trump will für die Republikaner zur Wiederwahl antreten.

In dem Telefonat vom April sagte Trump dem Protokoll zufolge: "Ich habe keinen Zweifel daran, dass Sie ein fantastischer Präsident sein werden." Selenskyj nannte Trump "ein großes Vorbild" und lud ihn mehrfach dazu ein, seiner Amtseinführung beizuwohnen. Trump kündigte an, Selenskyj ins Weiße Haus einzuladen, wenn er sich in dem neuen Amt eingerichtet habe. Selenskyj sagte: "Wir nehmen die Einladung an und freuen uns auf den Besuch." Die Demokraten werfen Trump vor, auch einen Besuch Selenskyjs im Weiße Haus an die Forderung gekoppelt zu haben, gegen die Bidens zu ermitteln.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa