Politik

Charme statt scharfer Worte Trump gratuliert Pelosi - und "hofft"

Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses heißt Nancy Pelosi, ist Demokratin durch und durch - und sie geht direkt auf Konfrontationskurs zu US-Präsident Donald Trump. Der versucht es auf die sanfte Tour und schmeichelt seiner neuen, starken Gegenspielerin.

US-Präsident Donald Trump hofft nach der Wahl der Demokratin Nancy Pelosi zur Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses auf eine gute Zusammenarbeit. Bei einer überraschend einberufenen Pressekonferenz im Weißen Haus gratulierte Trump der 78-Jährigen und lobte ihren "sehr, sehr großen Erfolg". Derweil stimmte das Repräsentantenhaus mit seiner neuen demokratischen Mehrheit für ein Ende der Haushaltssperre.

"Hoffentlich werden wir zusammenarbeiten und viele Dinge umsetzen, wie Infrastruktur und vieles andere", sagte Trump nach der Wahl Pelosis. "Ich weiß, dass sie das unbedingt wollen", sagte er mit Blick auf die Demokraten, die am Donnerstag im Repräsentantenhaus die Mehrheit übernommen hatten.

Anschließend lenkte Trump die Aufmerksamkeit erneut auf seine Forderung nach einer Grenzmauer. "Ohne eine sehr starke Art von Hindernis - nennen Sie, es wie sie wollen -, aber ohne Mauer kann man keine Grenzsicherheit haben. Es wird nicht funktionieren", sagte Trump.

Trump erstmals im Presseraum

Der Auftritt im Presseraum des Weißen Hauses war für Trump rund zwei Jahre nach seinem Amtsantritt eine Premiere. Anders als sein Vorgänger Barack Obama, der dort häufig selbst zu Pressekonferenzen erschienen war, hatte Trump bislang keinen Fuß in den Raum gesetzt.

Begleitet von vier Grenzschützern begrüßte Trump die wartenden Journalisten mit den Worten: "Hallo zusammen. Dies ist ein schöner Ort. Ich habe ihn noch nicht gesehen. Gutes neues Jahr." Fragen ließen er nicht zu.

Anschließend kamen noch Grenzschützer zu Wort, die Trumps Grenzmauer offen unterstützten. Der Vorsitzende des Nationalen Grenzschützerrats, Brandon Judd, sagte, die Einwanderung und der Drogenschmuggel an der Grenze seien "völlig außer Kontrolle" gewesen, bevor es dort "physische Barrieren" gegeben habe. "Wir haben solche Mauern gebaut, solche physischen Barrieren, und die illegale Einwanderung ging exponentiell zurück."

Nachdem die Demokraten inzwischen in dem von ihnen dominierten Repräsentantenhaus einen Haushaltsentwurf verabschiedetet haben, geht der Streit in eine neue Runde: Trump hat Spitzenvertreter der Demokraten und seiner Republikaner ins Weiße Haus eingeladen, um nach einer Lösung zu suchen. Ein Spitzentreffen am Mittwoch hatte nicht zu einem Durchbruch geführt. Wegen der Haushaltssperre sind Hunderttausende Regierungsbedienstete im Zwangsurlaub oder müssen vorerst ohne Gehalt arbeiten.

Quelle: n-tv.de, bad/ftü/AFP/dpa

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