Politik

USA vor Rückzug aus Afghanistan Trump hält Taliban-Herrschaft für möglich

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Die Taliban haben nach jahrelangem Kampf gegen die USA ein Abkommen mit Präsident Trump unterzeichnet.

(Foto: REUTERS)

"Jedes Land muss für sich selbst sorgen." Diese Maxime des US-Präsidenten könnte für Afghanistan bedeuten, dass dort bald die Taliban die Zügel in die Hand nehmen. Trump hält das für möglich, scheint von einer potenziellen Machtübernahme der Islamisten aber eher unbeeindruckt.

US-Präsident Donald Trump hält eine Machtübernahme der Taliban in Afghanistan nach dem Rückzug der US-Truppen für möglich. "Es ist nicht geplant, dass es so kommt. Aber es wird womöglich so kommen", antwortete Trump auf die Frage, ob die radikalislamischen Taliban die afghanische Regierung nach dem US-Rückzug entmachten könnten.

"Jedes Land muss für sich selbst sorgen", formulierte Trump seine Sichtweise. "Man kann jemandes Hand nur eine bestimmte Zeit halten." Der US-Präsident äußerte sich rund eine Woche nach dem Abschluss eines Abkommens zwischen den USA und den radikalislamischen Taliban Ende Februar in Doha.

Das Abkommen von Doha soll den Weg für einen dauerhaften Frieden in Afghanistan und den Abzug der US-Truppen aus dem Land ebnen. Der Text sieht vor, dass die USA über die kommenden Monate ihre Truppenstärke in Afghanistan zunächst von rund 13.000 auf 8600 reduzieren. Im Gegenzug sollen die Taliban Garantien abgeben, dass sie das Terrornetzwerk Al-Kaida und die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekämpfen sowie Friedensverhandlungen mit der afghanischen Regierung in Kabul beginnen.

Seit der Unterzeichnung des Abkommens gab es allerdings Dutzende Taliban-Angriffe. Bei einem Anschlag auf eine Kundgebung in Kabul wurden heute mindestens 27 Menschen getötet. Die Taliban wiesen die Verantwortung für diesen Angriff zurück.

Quelle: ntv.de, lwe/AFP