Politik

Ex-Staatsanwalt im Weißen Haus Trump holt sich Berater zu Russland-Affäre

6e323abb98f1873368c89175656cb412.jpg

Steht wegen der Russland-Affäre weiter unter Druck: US-Präsident Donald Trump.

(Foto: dpa)

Angesichts immer neuer Enthüllungen zur Russland-Affäre holt der US-Präsident sich juristische Unterstützung: Ein Sonderberater soll künftig der erste Ansprechpartner bei Fragen zur mutmaßlichen Einmischung Russlands bei den US-Wahlen sein.

In der Russland-Affäre setzt US-Präsident Donald Trump auf die juristische Unterstützung eines neuen Sonderberaters im Weißen Haus. Der Anwalt Ty Cobb soll dort künftig für die Antworten der Trump-Regierung auf Fragen zur mutmaßlichen Einmischung Russlands in den Präsidentschaftswahlkampf verantwortlich sein, berichteten US-Medien. Nach Angaben des Weißen Hauses nimmt Cobb als Sonderberater eine "Schlüsselposition" innerhalb des Stabs ein.

Cobb ist Partner der Washingtoner Anwaltskanzlei Hogan Lovells und war früher Staatsanwalt. Bei seiner Tätigkeit als Sonderberater solle er künftig auch mit Trumps persönlichem Anwalt Marc Kasowitz zusammenarbeiten, berichtete der Sender ABC.

In der Russland-Affäre ermitteln derzeit mehrere Kongressausschüsse sowie die Bundespolizei FBI und der vom Justizministerium eingesetzte Sonderermittler Robert Mueller. Sie gehen dem Verdacht möglicher Absprachen zwischen Trump-Mitarbeitern und der Führung in Moskau während des Wahlkampfes im vergangenen Jahr nach.

Enthüllungen zu Sohn lassen Druck wachsen

Zuletzt war der Druck auf Trump durch Enthüllungen über seinen ältesten Sohn nochmals gewachsen. Donald Trump junior gab zu, sich 2016 inmitten des Wahlkampfes mit der russischen Anwältin Natalia Weselnizkaja getroffen zu haben - in der Erwartung, belastendes Material über die Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton zu erhalten, das angeblich vom russischen Generalstaatsanwalt stammen sollte.

Trump, der sich und seine Regierung wiederholt als Opfer einer historisch beispiellosen "Hexenjagd" bezeichnete, versuchte das Treffen seines Sohns mit der Anwältin als normalen Vorgang darzustellen. Sein Sohn habe "Nachforschungen" über den politischen Gegner betrieben, dies sei "Standard" in der Politik.

Allerdings halten viele US-Experten das Treffen für möglicherweise strafbar. Trump junior könnte demnach gegen ein Wahlgesetz verstoßen haben, das die Annahme ausländischer Unterstützung im Wahlkampf verbietet. Einige Vertreter der oppositionellen Demokraten sprechen sogar von möglichem "Landesverrat". Diese Einschätzung wird von vielen Fachleuten aber nicht gestützt. Besondere Brisanz bekommen die Vorwürfe gegen den Trump-Sohn dadurch, dass dieser davon ausgehen musste, dass die vermeintlichen Informationen über Clinton aus offizieller russischer Regierungsquelle stammten.

Quelle: ntv.de, kst/AFP