Politik

Bizarrer Auftritt in Ohio Trump huldigt QAnon-Anhängern mit Lied

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Donald Trump zeigt immer offener seine Nähe zur QAnon-Bewegung.

(Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Bei einem Wahlkampfauftritt hofft Trump offenbar auf die Unterstützung der QAnon-Szene. Während seiner Rede läuft sonderbare Hintergrundmusik, die beinahe identisch mit dem Titelsong der Verschwörungstheoretiker ist. Das Publikum dankt es ihm auf ungewöhnliche Art.

Von Donald Trump ist man von seinen Wahlkampfauftritten bereits einiges gewohnt. Doch sein letzter Auftritt sorgt erneut für Aufsehen. Der Ex-Präsident der USA hielt am Samstag in Youngstown, Ohio, eine Rede, um den republikanischen Kandidaten J.D. Vance in seinem Wahlkampf zu unterstützen. Während er sich über "Fake News", Russlands Einmarsch in die Ukraine, welcher mit ihm als Präsident nie geschehen wäre, und Hunter Bidens Laptop auslässt, läuft im Hintergrund dramatische Musik. Politischen Beobachtern kommt das Lied sofort bekannt vor. Der gespielte Soundtrack erinnert stark an die Hymne der QAnon-Anhänger, berichtet unter anderem die "New York Times".

Die Hommage an die Anhänger der Verschwörungsideologie entging den Anwesenden nicht. Im Publikum streckten Dutzende als Reaktion den Zeigefinger in die Luft. Online wird anschließend diskutiert, ob es sich dabei ebenfalls um ein QAnon Anspielung handelt. Der Finger könnte den QAnon-Slogan "Where we go one, we go all" ("Wo einer von uns hingeht, gehen wir alle hin") hindeuten. Das gleichnamige Lied mit der Abkürzung "Wwg1wga" klang so gut wie identisch mit Trumps Musikwahl. Der Zeigefinger könnte aber auch "America First" ("Amerika als Erstes"), das Motto von Trump, bedeuten.

Inzwischen setzt Trump bei der Mobilisierung für seine Wahl immer offener auf die Verschwörungstheoretiker der QAnon-Szene. Auf seiner Social-Media-Plattform "Truth Social" zeigte er ein Foto von sich, auf dem er einen Q-Anstecker auf seiner Kleidung trägt, berichtet das US-Portal "AP News". Der Pin enthielt die Aufschrift: "The Storm is Coming" ("Der Sturm kommt"). Unter den QAnon-Anhängern wird der "Sturm" als Trumps endgültigen Sieg und die Verhaftung und mögliche Hinrichtung seiner politischen Gegner interpretiert.

Mitarbeiter von Trump dementieren offiziell jegliche Annäherung mit der Randgruppe. Stattdessen handele es sich bei dem Instrumental-Track um das Stück "Mirrors", das von einer öffentlichen Musikplattform stamme. Taylor Budowich, ein Sprecher von Trump, sprach von einem "erbärmlichen Versuch, Kontroversen zu erzeugen und Amerika zu spalten". Die Verbindung zur QAnon-Szene sei frei erfunden.

Am Rand der Veranstaltung sorgte noch eine weitere Äußerung von Trump für Furore. Mit einem Satz blamierte er J.D. Vance vor dem Publikum, zu dessen Unterstützung er eigentlich gekommen war. Vance, der in der Vergangenheit Trump stark kritisierte, änderte im Verlauf des Wahlkampfes seine Meinung. Trump ließ es daher nicht nehmen, ihm einen Seitenhieb zu verpassen: "J.D. küsst mir den Hintern, so dringend will er meine Unterstützung", sagte der ehemalige Präsident und zeigte dabei auf den Senatskandidaten. Eine Blamage für Vance, urteilt der US-Sender "CNN".

Quelle: ntv.de, vmi

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