Politik

Spott von Demokraten Trump inszeniert "alternative Realität"

135025407.jpg

Menschen protestieren vor dem Trump International Hotel während des Parteitages der Republikaner.

(Foto: picture alliance/dpa)

Auf dem Parteitag wird US-Präsident Trump als entschiedener Krisenmanager in der Corona-Pandemie inszeniert. Die Demokraten sehen die Welt allerdings anders und werfen den Republikanern nun vor, wichtige Fakten zu ignorieren.

Das Lager des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden hat den Republikanern vorgeworfen, auf ihrem Parteitag in North Carolina eine "alternative Realität" zu inszenieren. Das dort gemalte Bild Amerikas kenne nicht den Tod von Tausenden mit dem Coronavirus infizierten Menschen in der vergangenen Woche, erklärte die stellvertretende Wahlkampfleiterin Kate Bedingfield nach dem zweiten Tag des republikanischen Nominierungsparteitags. Im Amerika der Republikaner sei die Wirtschaft nicht zum Stillstand gelangt und Schulkinder seien nicht gezwungen, zu Hause zu bleiben.

"Die fortgesetzte Weigerung von Donald Trump, dieses Virus ernstzunehmen, hat den Vereinigten Staaten den schlimmsten Ausbruch in der Welt gebracht", hieß es in einer Mitteilung von Bidens Wahlkampfteam nach dem zweiten von vier Tagen der republikanischen Versammlung. Die Weigerung des Parteitags, "sich mit der Realität abzufinden", belege das "völlige Führungsversagen" des Präsidenten. So habe Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow vom Coronavirus nur in der Vergangenheitsform gesprochen. "Das amerikanische Volk kann es sich nicht leisten, dass Donald Trump seinen Kopf weiter in den Sand steckt", kritisierte Bedingfield. Das Weiße Haus müsse endlich handeln und dürfe sich nicht weiter der Realität verweigern.

Mehr zum Thema

Bei ihrem Parteitag bemühen sich die Republikaner darum, Trump als entschiedenen Krisenmanager in der Corona-Pandemie zu präsentieren. Von einem erfolgreichen Kampf sind die USA allerdings noch weit entfernt. Die Pandemie dauert an. Bislang hat sie in den USA mehr als 178. 000 Menschen das Leben gekostet. Millionen Amerikaner verloren ihre Arbeit. Die Wirtschaft wurde in eine schwere Krise gestürzt, die noch nicht beendet ist.

Melania Trump hob sich mit ihrer Rede im Rosengarten des Weißen Hauses von anderen Rednern des Parteitages ab, indem sie gleich zu Beginn ihrer Ansprache den Opfern der Corona-Pandemie ihr Mitgefühl aussprach. Donald Trump wird regelmäßig vorgeworfen, in dieser Hinsicht zu wenig Empathie zu zeigen. Die weitgehend virtuelle Veranstaltung der Republikaner endet am Donnerstag mit einer Ansprache Trumps im Weißen Haus.

Quelle: ntv.de, bea/dpa