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Wegen "fairer Beziehungen" Trump könnte Australien Schutzzölle erlassen

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US-Präsident Trump und Australiens Premierminister Turnbull beim Gespräch im Weißen Haus im Februar 2018.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Donald Trump nennt eine weitere Ausnahme vom neuen US-Protektionismus. Neben Kanada und Mexiko soll auch "die große australische Nation" von Schutzzöllen verschont bleiben. Natürlich nicht ohne Gegenleistung.

US-Präsident Donald Trump will nach eigenen Angaben Australien von den geplanten US-Schutzzöllen auf Aluminium und Stahl ausnehmen. Er habe mit dem australischen Premierminister Malcolm Turnbull darüber gesprochen, schrieb Trump bei Twitter. Turnbull sei "sehr fairen und beiderseitigen Militär- und Handelsbeziehungen verpflichtet", so der US-Präsident. "Wir arbeiten sehr rasch an einem Sicherheitsabkommen, damit wir unserem Verbündeten, der großen australischen Nation, keine Stahl- oder Aluminiumzölle aufbürden müssen!"

Trump hatte am Donnerstag im Weißen Haus zwei Proklamationen unterzeichnet, wonach binnen 15 Tagen Zölle in Höhe von 25 Prozent auf eingeführten Stahl und Zölle in Höhe von zehn Prozent auf Aluminium in Kraft treten sollen.

Bislang sind nur die Nachbarländer Kanada und Mexiko von den Zöllen ausgenommen. Das machte Trump allerdings abhängig von den laufenden Nafta-Verhandlungen. Sollte es dort zum "Deal" kommen, würden die Zölle "höchstwahrscheinlich" dauerhaft nicht gegen sie verhängt, so der US-Präsident.

Alle anderen Länder lud Washington zu Einzelfallverhandlungen ein. Sollten sie nachweisen können, dass sie durch "alternative Mittel" den negativen Einfluss, den ihre Stahllieferungen auf die nationale Sicherheit der USA hätten, ausgleichen, könnten auch sie Nachlasse erhalten. Dabei würden etwa die Militärausgaben der Verbündeten berücksichtigt.

Das Weiße Haus begründete die Zölle unter anderem mit dem Verlust von Zehntausenden Jobs in der Stahl- und Aluminiumindustrie in den vergangenen 20 Jahren. US-weit existierten nur noch fünf Aluminium-Schmelzereien, nur zwei davon seien voll ausgelastet. 90 Prozent des Aluminiums würden importiert.

Quelle: n-tv.de, lou/dpa

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