Politik

"Das wird ihm helfen" Trump lobt Attacke auf "Guardian"-Reporter

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Trump bei einem Wahlkampfauftritt in Missoula, Montana.

(Foto: REUTERS)

Weil er einen Journalisten angreift und zu Boden schleudert, verurteilt ein US-Gericht den Republikaner Greg Gianforte zu Sozialstunden und einer Geldstrafe. Vom Präsidenten gibt's hingegen höchstes Lob. Journalistenverbände laufen deshalb Sturm gegen Trump.

Donald Trump hat mit Äußerungen über den gewaltsamen Angriff auf einen Journalisten für Empörung gesorgt. Mehrere Journalistenverbände - darunter die "White House Correspondent's Association", eine Vereinigung von Journalisten in Washington - kritisierten den US-Präsidenten dafür, dass er ein Verbrechen bejubele. Trump hatte den Abgeordneten Greg Gianforte am Donnerstagabend mit den Worten gepriesen: "Jeder Typ, der einen Bodyslam machen kann, ist jemand, den ich schätze."

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Body Slam ist eine Kampftechnik aus dem Wrestling-Sport. Gianforte hatte einen Journalisten der britischen Zeitung "The Guardian" im Mai 2017 am Hals gepackt, zu Boden geschleudert und ihn geschlagen. Ein Gericht verurteilte ihn deswegen zu Sozialstunden und einer Geldstrafe. Gianforte sei ein "unglaublicher Anführer aus Montana" und "einer der am meisten respektierten Leute im Kongress", sagte Trump bei einem Wahlkampfauftritt im US-Bundesstaat Montana.

Er habe zunächst gedacht, der Angriff würde Gianfortes Chance, gewählt zu werden, mindern. "Dann habe ich gedacht", ergänzte Trump, "'Warte mal, ich kenne doch Montana ganz gut, ich denke, das wird ihm helfen'. Und das hat es." Trump rief die Wähler zur Wahl Gianfortes bei der Kongresswahl im November auf.

Gianforte war 2017 Kandidat für eine Teilwahl in Montana, als er in einen Streit mit Jacobs geriet und diesen zu Boden warf. Er wurde dennoch gewählt, aber zu sechs Monaten Haft auf Bewährung, 40 Stunden gemeinnütziger Arbeit, 20 Stunden Stressbewältigungstraining und Zahlung der Gerichtskosten verurteilt. Der Fall sorgte landesweit für Schlagzeilen.

Der Chefredakteur des "Guardian" in den USA, John Mulholland, reagierte empört auf Trumps Äußerungen. "Einen Angriff auf einen Journalisten zu feiern, der einfach seinen Job gemacht hat, ist ein Angriff auf den ersten Zusatzartikel (der US-Verfassung) durch jemanden, der einen Eid auf dessen Verteidigung geschworen hat", sagte Mulholland mit Blick auf den Zusatzartikel, der die Freiheit der Presse garantiert.

"Vor allem nach dem Mord an dem saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi lädt das zu Angriffen auf Journalisten hier und in aller Welt ein, wo sie oft weitaus größeren Bedrohungen ausgesetzt sind". Auch das Komitee zum Schutz von Journalisten (Committee to Protect Journalists) erklärte, in einer Zeit, in der Journalisten auf der ganzen Welt getötet und eingesperrt würden, sei das ungehörig.

Quelle: n-tv.de, jug/AFP/dpa