Politik

Machtkampf in Venezuela Trump nennt Militärschlag "eine Option"

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Donald Trump sitzt im Oval Office.

(Foto: REUTERS)

Die USA wollen den venezolanischen Präsidenten Maduro loswerden. Dafür liegen laut US-Präsident Trump noch immer alle Optionen auf dem Tisch. Treffen will sich Trump mit dem umstrittenen Staatschef aber nicht.

US-Präsident Donald Trump will einen US-amerikanischen Militäreinsatz in Venezuela nicht ausschließen. In einem Interview mit dem Sender CBS sagte er: "Sicher, das kann geschehen, es ist eine Option." Trump und Mitglieder seiner Regierung hatten zuvor mehrfach erklärt, es lägen alle Optionen auf dem Tisch.

Trump verriet in dem Interview auch, dass Venezuelas Präsident Nicolas Maduro vor etwa einem Monat um ein Treffen mit dem US-Präsidenten gebeten hat. Er habe dies abgelehnt, sagte Trump. "Ich habe damals entschieden, nein, weil so viele wirklich furchtbare Dinge in Venezuela passieren, wenn man sich dieses Land ansieht." Das ölreiche Venezuela sei von großem Wohlstand in eine schwere Krise geraten.

Maduro hatte schon im vergangenen September bei einer Rede vor der UN-Vollversammlung in New York ein Treffen mit Trump angeboten. Der US-Präsident hatte ein persönliches Gespräch damals nicht ausgeschlossen. Von einer Begegnung der beiden wurde aber nichts bekannt.

Europäisch-lateinamerikanische Kontaktgruppe nimmt Arbeit auf

Um die Krise zu entschärfen, reisen Vertreter mehrerer EU-Staaten am Donnerstag nach Uruguay. In der Hauptstadt Montevideo wollen sie im Rahmen einer Kontaktgruppe mit Vertretern lateinamerikanischer Länder über die Lage in Venezuela sprechen. Dies teilte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini mit.

Zu der Kontaktgruppe gehören neben der EU und Deutschland auch Frankreich, Italien, die Niederlande, Portugal, Spanien, Schweden und Großbritannien. Aus Südamerika werden Vertreter aus Bolivien, Costa Rica, Ecuador und Uruguay erwartet. Sie wollen versuchen, den Machtkampf in Venezuela durch freie Wahlen zu beenden. Vermittlungsversuche zwischen Staatschef Maduro und sowie dem selbsternannten Übergangspräsidenten Juan Guaidó soll es nicht geben.

Deutschland und mehrere andere europäische Staaten hatten Maduro ein Ultimatum gestellt: Ruft er bis zu diesem Sonntag keine Präsidenten-Neuwahl aus, wollen sie Guaidó als Interimsstaatschef anerkennen.

Quelle: n-tv.de, chr/dpa/rts

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