Trump nennt keine NamenUS-Regierung tötete eigene Kandidaten für Chamenei-Nachfolge

Ayatollah Ali Chamenei ist tot, die Führung des Iran derzeit völlig offen. Für eine Zeit nach dem Konflikt hat die US-Regierung mehrere aussichtsreiche Kandidaten auf dem Zettel. Ein Teil von ihnen lebt allerdings nicht mehr, sondern wird durch die US-Angriffe getötet, wie Präsident Trump bekennt.
Nach der Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei bei Angriffen der USA und Israels auf den Iran hat US-Präsident Donald Trump erklärt, über eine Auswahlliste mit drei Kandidaten für dessen Nachfolge zu verfügen. Er habe "drei sehr gute Optionen" für den zukünftigen Anführer des Iran, sagte Trump am Sonntag der "New York Times" (NYT). Er werde die Kandidaten jedoch "jetzt nicht offenlegen".
Im Gespräch mit ABC erklärte Trump allerdings, dass Kandidaten, die aus US-Sicht als aussichtsreiche Nachfolger gehandelt wurden, bei den Angriffen der US-Streitkräfte getötet wurden. "Der Angriff war so erfolgreich, dass die meisten der Kandidaten tot sind", zitiert ABC-Korrespondent Jonathan Karl den US-Präsidenten.
Unklar bleibt, welche Personen die USA grundsätzlich für geeignet hielten oder halten. Namen wurden bisher nicht genannt. Offen ist, wann Trump mit Karl und wann mit der NYT sprach. Es ist möglich, dass die drei Kandidaten, die Trump der NYT gegenüber andeutete, nun tot sind. Ebenso möglich ist, dass der Kreis möglicher Nachfolger Chameneis größer war, einige von ihnen bei den Angriffen ums Leben kamen und nun noch drei von ihnen am Leben sind. Offen lässt der US-Präsident zudem, wie diese Kandidaten die Nachfolge antreten sollen - per Akklamation durch die USA, demokratische Wahl durch das iranische Volk oder auf einem anderen Wege.
Israel und die USA hatten am Samstagmorgen massive Luftangriffe auf den Iran begonnen. Dabei wurde Chamenei getötet. Als Reaktion greift der Iran seit Samstag Israel sowie US-Militäreinrichtungen in der Golfregion an. Dabei wurden nach Angaben der Bundeswehr unter anderem auch Bundeswehr-Stützpunkte im Irak und in Jordanien beschossen.
Für die Übergangsphase im Iran wurde ein dreiköpfiges Führungsgremium bestimmt, das laut Staatsmedien noch am Sonntag die Arbeit aufnahm. Ihm gehören neben Präsident Massud Peseschkian auch Ayatollah Aliresa Arafi und Justizchef Gholamhossein Mohseni Edschei an. Peseschkian bezeichnete die Tötung Chameneis als "offene Kriegserklärung an die Muslime". Der einflussreiche Sicherheitsratschef Ali Laridschani drohte mit beispiellosen Angriffen auf Israel und die US-Armee.