Politik
Der zukünftige US-Präsident Donald Trump mit seiner neuen Bildungsministerin Betsy DeVos.
Der zukünftige US-Präsident Donald Trump mit seiner neuen Bildungsministerin Betsy DeVos.(Foto: AP)
Donnerstag, 24. November 2016

"Verkrustete Strukturen aufbrechen": Trump nominiert zweite Frau für Kabinett

Das künftige Kabinett von Donald Trump nimmt Gestalt an. Nachdem zunächst nur weiße Männer vorgestellt wurden, sind nun auch zwei Frauen dabei. Betsy DeVos soll künftig für die Bildungspolitik zuständig sein. Die Lehrergewerkschaft übt jedoch scharfe Kritik.

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Der designierte US-Präsident Donald Trump hat mittlerweile zwei Frauen für sein Kabinett nominiert: Die konservative Bildungsreformerin und Großspenderin Betsy DeVos solle das Bildungsministerium übernehmen, kündigte Trump an. Davor hatte er bereits die Gouverneurin von South Carolina, Nikki Haley, zur UN-Botschafterin der USA mit Kabinettsrang ernannt.

DeVos solle einen Kurswechsel in der Bildungspolitik einleiten und verkrustete Strukturen im Bildungssektor aufbrechen, erklärte Trump. "Sie wird die Bürokratie brechen, die unsere Kinder zurückhält", kündigte er an. Ziel sei es, eine "Bildung auf Weltniveau" anzubieten und den Eltern mehr Spielraum bei der Wahl der Schule für ihre Kinder zu geben.

"US-Bildungssystems ist inakzeptabel"

DeVos stammt aus einer reichen Unternehmerfamilie und engagiert sich seit langem für eine konservative Bildungsreform. Unter anderem will sie erreichen, Eltern etwa durch Steuererleichterungen einen Anreiz zu geben, Kinder von wenig effizienten staatlichen Schulen auf privat geleitete Einrichtungen umzumelden.

Der gegenwärtige Stand des US-Bildungssystems sei "inakzeptabel", erklärte DeVos nach der Nominierung durch Trump. Nötig sei eine "Transformation" des Bildungssektors, damit jedes Kind "das höchste Potenzial ausschöpfen" könne.

Die Lehrergewerkschaft NEA reagierte mit Empörung auf die Nominierung der Bildungsreformerin. DeVos habe es sich zum Ziel gemacht, das staatliche Schulsystem "zu privatisieren, zu entprofessionalisieren und zu unterminieren", kritisierte NEA-Vorsitzende Lily Eskelsen Garcia.

Ehemalige Rivalin in den eigenen Reihen

Mit der neuen UN-Botschafterin Haley holt sich Trump eine frühere Rivalin in sein Kabinett. Sie habe bewiesen, dass sie Menschen unabhängig von Herkunft und Parteizugehörigkeit zusammenbringen könne, sagte der künftige US-Präsident zu ihrer Nominierung.

Trump hatte mit abfälligen Äußerungen über Frauen und Einwanderer auch in der eigenen Partei für scharfe Kritik gesorgt. Haley etwa hatte ihm vorgeworfen, sich nicht deutlich genug von Rechtsextremisten zu distanzieren. Dass Trump sie nun einbindet, ist ein Anzeichen dafür, dass er nach dem erbittert geführten Wahlkampf auf seine Kritiker zugehen will.

Quelle: n-tv.de