Einen Tag nach dem StartTrump setzt Einsatz der US-Armee in Straße von Hormus aus

Kurz nach Beginn von "Project Freedom" wird der US-Militäreinsatz in der Straße von Hormus unterbrochen. US-Präsident Trump begründet das mit angeblichen großen Fortschritten in den Verhandlungen mit dem Iran. Die Ankündigung kommt überraschend.
Der US-Militäreinsatz zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus wird vorübergehend ausgesetzt. Das hat US-Präsident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social bekanntgegeben. Das "Project Freedom" werde "für eine kurze Zeit pausiert, um zu sehen, ob das Abkommen finalisiert und unterzeichnet werden kann oder nicht", erklärte Trump mit Blick auf ein mögliches Friedensabkommen mit dem Iran. Pakistan und andere Länder hätten darum gebeten. Die US-Seeblockade gegen Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen, bleibe hingegen in vollem Umfang in Kraft. Es gebe "große Fortschritte auf dem Weg zu einer umfassenden und endgültigen Vereinbarung" mit dem Iran, schrieb Trump weiter.
Damit scheint für das "Projekt Freiheit" nach nur rund einem Tag erst einmal wieder Schluss zu sein: Am Montag hatten die USA die Initiative gestartet, festsitzenden Schiffen militärischen Geleitschutz durch die Straße von Hormus zu gewähren. Die US-Armee erklärte am ersten Einsatztag, dass mindestens sechs iranische Kleinboote angegriffen und zahlreiche Drohnen und Raketenangriffe abgewehrt worden seien. Teheran dementierte das. Iranische Medien hatten zuvor Raketenangriffe auf ein US-Militärschiff sowie Warnschüsse in der Nähe von US-Zerstörern gemeldet - was wiederum Washington zurückwies.
Im Laufe des kurzen Einsatzes haben US-Zerstörer zwei US-Handelsschiffe erfolgreich aus der Meerenge herausgebracht. Das haben die jeweiligen Reedereien bestätigt
Minister von Kehrtwende überrascht?
Trumps Ankündigung überrascht: Noch am Dienstag hatten sowohl US-Verteidigungsminister Pete Hegseth als auch Außenminister Marco Rubio vor Journalisten für die neue US-Initiative geworben. Rubio sagte etwa, dass man sich "jetzt" dem neuen Projekt widmen werde, nachdem die US-Offensive "Gewaltiger Zorn" beendet worden sei. Diesen Namen ("Epic Fury") hatte die US-Regierung ihrem Krieg gegen den Iran gegeben, den sie gemeinsam mit Israel Ende Februar begonnen hatte.
Zwischen den USA und dem Iran herrscht derzeit eine fragile Waffenruhe, an die sich auch Israel hält. Zuletzt nahmen die Spannungen zwischen Washington und Teheran zu, weswegen eine weitere Eskalation im Krieg befürchtet wurde: Trump drohte der Islamischen Republik erneut mit Vernichtung, nachdem der Iran als Reaktion auf die US-Initiative zur Öffnung der Meerenge am Montag Ölanlagen in den Vereinigten Arabischen Emiraten angegriffen hatte.
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi warnte die USA vor einer Fortsetzung ihrer Initiative. Teheran besteht auf seiner Forderung, den Verkehr in der Straße von Hormus zu kontrollieren. Der Iran will, dass Schiffe für die Passage der Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman künftig eine Mautgebühr zahlen. Die Straße von Hormus ist unter anderem als Transportweg für den Export von Öl- und Flüssiggas von entscheidender Bedeutung für die Weltwirtschaft.