Politik

"Bin überhaupt nicht besorgt" Trump setzt Tour trotz Corona-Gefahr fort

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Trump hatte Ende Februar eine Konferenz konservativer Aktivisten und Parlamentarier (CPAC) besucht - bei einem weiteren Teilnehmer wurde nun das neuartige Coronavirus festgestellt.

(Foto: AP)

In den USA wird im November erneut der Präsident gewählt. Trotz weiterer Corona-Fälle will Amtsinhaber Trump seine Wahlkampf-Tour nicht unterbrechen. Vielmehr schwärmt er von "gigantischen Kundgebungen". Unterdessen gibt es den ersten Infizierten in der Hauptstadt Washington.

Trotz der steigenden Coronavirus-Fälle in den USA will US-Präsident Donald Trump seine Wahlkampf-Tournee nicht unterbrechen. "Wir haben gigantische Kundgebungen und es geht uns sehr gut, und wir haben fantastische Arbeit bezüglich dieser Angelegenheit geleistet", sagte Trump bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem brasilianischen Staatschef Jair Bolsonaro in Florida mit Blick auf die Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie.

In den USA gibt es inzwischen mehr als 400 nachgewiesene Coronavirus-Fälle. 19 Menschen starben, die meisten von ihnen im westlichen Bundesstaat Washington. Erstmals wurde auch in der Hauptstadt Washington eine Coronavirus-Infektion bestätigt. Wo sich der etwa 50-jährige Patient angesteckt hat, gilt als unklar. Den Behörden zufolge hat er sich weder im Ausland aufgehalten noch war er eine Kontaktperson eines anderen Infizierten.

Obwohl das Coronavirus mit dem neuen Fall näher an das Weiße Haus herangerückt ist, gab sich Trump zuversichtlich. "Ich bin überhaupt nicht besorgt", betonte Trump.

*Datenschutz

Am Samstag war bekannt geworden, dass ein Teilnehmer einer konservativen Konferenz, an der Ende Februar auch Trump und Vizepräsident Mike Pence teilgenommen hatten, positiv auf das Virus getestet worden ist. Der Teilnehmer ist nach Angaben der Veranstalter inzwischen unter Quarantäne in einem Krankenhaus in New Jersey. Kontakt zu Trump oder Pence hatte der Teilnehmer demnach nicht.

Kritik an falschen Ratschlägen

Der Umgang des US-Präsidenten mit der Coronavirus-Krise und seine widersprüchlichen Ratschläge an die US-Bürger sind in den USA vielfach auf Kritik gestoßen. Bei einer Pressekonferenz am Freitag hatte Trump fälschlicherweise erklärt, alle US-Bürger könnten sich jederzeit auf das neuartige Virus testen lassen. Den Gouverneur des am schwersten betroffenen Bundesstaats Washington nannte er eine "Schlange". Zudem bekannte Trump, ihn habe überrascht, dass es auch immer wieder Todesfälle durch die Grippe gibt.

Nicht nur Trump will seine Wahlkampf-Kundgebungen trotz der Coronavirus-Krise nicht abbrechen. Auch die Bewerber für die demokratische Präsidentschaftskandidatur, Bernie Sanders und Joe Biden, haben bisher auf Absagen großer Reden vor ihren Anhängern verzichtet.

Quelle: ntv.de, kst/AFP