Politik

"Ich bin nie dagegen gewesen" Trump trägt erstmals öffentlich eine Maske

Seit Beginn der Pandemie weigert sich US-Präsident Trump trotz aller Empfehlungen - auch aus dem Weißen Haus - eine Maske zu tragen. Nun lenkt der Republikaner doch noch ein. Bei einem Besuch in einem Militärkrankenhaus ist er mit Mund-Nasen-Schutz zu sehen. Eine Erklärung dafür hat er auch parat.

US-Präsident Donald Trump hat sich erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie mit einer Gesichtsmaske in der Öffentlichkeit gezeigt. Trump trug bei einem Termin im Walter-Reed-Militärkrankenhaus nahe Washington einen dunklen Mund-Nasen-Schutz mit dem Siegel des Präsidenten. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA erreichte derweil einen neuen Höchststand. Trump, der sich in der Klinik mit verwundeten Veteranen traf, ging schweigend an den auf dem Krankenhausflur wartenden Reportern vorbei. "Ich bin nie gegen Masken gewesen, aber ich glaube, dass sie ihre Zeit und ihren Ort haben", hatte der Präsident kurz zuvor im Weißen Haus gesagt.

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Dies sei unter anderem bei Besuchen im Krankenhaus der Fall, wenn er sich mit Patienten treffe, die gerade erst operiert worden seien. Ob Trump nun auch bei anderen Auftritten regelmäßig eine Maske tragen wird, bleibt offen. Der Präsident hatte sich bislang beharrlich geweigert, bei seinen öffentlichen Auftritten einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Selbst bei einem Besuch in einer Fabrik für Atemschutzmasken im Bundesstaat Arizona Anfang Mai trug er keine Maske.

Medienberichten zufolge beugte er sich nun dem Druck seiner Berater, die den Präsidenten seit Wochen dazu gedrängt hätten, die Empfehlung seiner Regierung zum Tragen von Masken umzusetzen. Noch im Mai hatte sich Trump über den Mund-Nasen-Schutz des designierten demokratischen Präsidentschaftsbewerbers Joe Biden lustig gemacht. Als Grund für seine Abneigung gegen Masken sagte Trump einmal, sie passten nicht zu seinem Selbstverständnis als Präsident einer Weltmacht. Seinen Beratern soll er Berichten zufolge gesagt haben, er würde es nicht ertragen, mit einem Gesichtsschutz fotografiert zu werden.

Die USA sind das mit Abstand am härtesten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Die Zahl der täglich registrierten Corona-Neuinfektionen erreichte am Samstag einen neuen Höchststand. Binnen 24 Stunden wurden nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität 66.528 Ansteckungsfälle verzeichnet. Die Zahl der Corona-Toten stieg demnach um 760 auf 134.729. Insgesamt infizierten sich bereits mehr als 3,24 Millionen Menschen in den USA mit dem neuartigen Coronavirus.

Angesichts der ungebremsten Ausbreitung des Virus verliert Trump offenbar zunehmend an Rückhalt in der Bevölkerung. In einer am Freitag veröffentlichen Umfrage des Senders ABC äußerten sich zwei Drittel der Teilnehmer unzufrieden über das Corona-Krisenmanagement des Präsidenten. Im April hatte die Hälfte der Befragten ihren Unmut geäußert. In den Umfragen für die Präsidentschaftswahl im November liegt Trump im Schnitt neun Prozentpunkte hinter seinem demokratischen Herausforderer Biden.

Quelle: ntv.de, jug/AFP