Politik

"Regulieren oder ganz schließen" Trump twittert Drohung gegen Twitter

Für Staatschefs wie Donald Trump ist Twitter ein perfektes Medium, um direkte Botschaften in 280-Zeichen-Portionen an die Bevölkerung zu senden. Doch das innige Verhältnis des US-Präsidenten zu dem Kurznachrichtendienst erlebt einen herben Dämpfer. Der Republikaner holt zum Rundumschlag aus.

US-Präsident Donald Trump macht seinem Ärger über die angebliche Linkslastigkeit sozialer Medien weiter Luft und droht den Plattformen mit neuer Regulierung oder sogar Schließung. Viele Republikaner wie er hätten das Gefühl, dass die sozialen Medien konservative Stimmen "komplett verschweigen", schrieb Trump auf Twitter. Um dem entgegenzuwirken würde die Regierung "sie streng regulieren oder ganz schließen".

Trump nannte dabei keine Plattform beim Namen. Er hatte sich in der Vergangenheit schon des Öfteren über Facebook beschwert. Seit Dienstag schien er aber über sein Lieblingsmedium Twitter verärgert. Denn der Kurznachrichtendienst hatte erstmals zwei Tweets des Präsidenten als inhaltlich irreführend gekennzeichnet.

Für Trump ist Twitter einer der wichtigsten Kanäle für die Verbreitung seiner politischen Botschaften. Er erreicht dort direkt 80 Millionen Follower und benutzt den Dienst permanent dafür, Gegner zu attackieren, Verschwörungstheorien zu verbreiten und seine eigene Regierungsarbeit zu preisen. Viele Tweets des US-Präsidenten werden von Kritikern als Verdrehung oder Missachtung der Fakten angeprangert.

Gleichwohl hatte Twitter bislang nie auf Falschinformationen in Trumps Botschaften verwiesen. Vor zwei Wochen verschärfte das Unternehmen jedoch seine Regeln gegen die Verbreitung von Falschinformationen - und verwies nun auch erstmals auf Falschinformationen in Botschaften Trumps.

In den beiden beanstandeten Tweets ging es um vermeintliche Betrügereien bei Briefwahlen. Twitter wies Trumps Behauptung, Briefwahlen führten zu massiven Betrügereien bei der Stimmabgabe, als falsch und "unbegründet" zurück. Direkt unter die Tweets des Präsidenten setzte die Plattform einen Link, der zu einem Faktencheck zu Trumps Äußerungen führt. Der Staatschef reagierte erbost und warf Twitter vor, sich in die Präsidentschaftswahl im November "einzumischen".

Quelle: ntv.de, fzö/dpa/AFP