Politik

Neue Verhandlungen angekündigt Trump und Kim treffen sich an Korea-Grenze

US-Präsident Trump kommt zu einem überraschenden Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim zusammen. An der innerkoreanischen Grenze setzt er dabei als erster US-Präsident einen Fuß auf das Gebiet von Nordkorea. Das folgende Gespräch bringt zudem neue Bewegung in die Atomverhandlungen.

Als erster amtierender US-Präsident hat Donald Trump nordkoreanischen Boden betreten. Direkt an der Grenze schüttelten sich Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un die Hände. Danach überschritten sie gemeinsam im Ort Panmunjom in der entmilitarisierten Zone zwischen Süd- und Nordkorea die Grenze zum Norden. Trump ging ein paar Schritte in Nordkorea, anschließend überquerten beide zusammen die Grenze nach Südkorea und kamen zu einem Gespräch zusammen.

"Ich bin stolz, diese Linie überschritten zu haben", sagte Trump. "Das ist ein großartiger Tag für die Welt." Er betonte: "Es ist eine Ehre hier zu sein." Trump stellte Kim außerdem ein Treffen in Washington in Aussicht. Er wolle Kim "jetzt gleich ins Weiße Haus einladen", sagte Trump. Der nordkoreanische Machthaber könne ihn besuchen, "wann immer er will". Der US-Präsident kündigte außerdem eine Wiederaufnahme der Verhandlungen über Nordkoreas Atomprogramm an. Die Unterhändler beider Seiten sollen demnach in den kommenden "zwei oder drei Wochen" mit ihren Beratungen beginnen.

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Knapp eine Stunde sprachen Kim und Trump hinter verschlossenen Türen.

(Foto: REUTERS)

Trump zeige seine Bereitschaft, an einer neuen Zukunft zu arbeiten, sagte Kim. Das persönliche Verhältnis zwischen beiden sei "exzellent". Kim dankte Trump dafür, das Treffen ermöglicht zu haben. Er sei über den Vorschlag überrascht gewesen und habe nicht erwartet, Trump jemals an diesem Platz zu treffen. Er wolle die Vergangenheit ruhen lassen, in die Zukunft blicken und für gute Nachrichten sorgen, mit denen niemand gerechnet habe. Das kurze Statement von Kim ist ein sehr ungewöhnlicher Schritt für den politischen Führer des abgeschirmten, stalinistisch regierten Landes. Im Anschluss führten die beiden in Südkorea ein knapp einstündiges Gespräch hinter verschlossenen Türen.

Der US-Präsident hatte das Treffen am Samstag am Rande des G20-Gipfels in Japan überraschend vorgeschlagen. In der Folge gab es eine hektische Last-Minute-Diplomatie, die offenbar zur Akzeptierung der Einladung seitens Nordkorea geführt hat. "Gestern habe ich mir so gedacht: Hey, wir sind hier, lasst uns treffen", hatte Trump kurz vor dem Treffen gesagt. Dann habe er seine Twitter-Nachricht herausgegeben. Er hatte angekündigt, er wolle Kim "nur schnell die Hand schütteln und Hallo sagen".

Trump und Kim treffen sich zum dritten Mal

Bei dem Treffen verständigten sich Trump und Kim nun darauf, dass in den nächsten Wochen Arbeitsgruppen auf beiden Seiten gegründet werden sollen. Die US-Gruppe werde von Außenminister Mike Pompeo zusammengesetzt. Die USA streben die vollkommene Atomabrüstung Nordkoreas an. Außerdem wird von den USA und auch von Südkorea ein offizieller Friedensschluss in Korea angestrebt. Über welche Einzelheiten die Arbeitsgruppe zuerst sprechen sollen, sagte Trump zunächst nicht. Er machte deutlich, dass die umfangreichen Sanktionen gegen Nordkorea weiter in Kraft bleiben.

Die Begegnung in der entmilitarisierten Zone ist das dritte Aufeinandertreffen der beiden Politiker. Bei einem ersten Gipfeltreffen zwischen Trump und Kim im Juni 2018 in Singapur hatte Nordkorea grundsätzlich einer Denuklearisierung zugestimmt. Konkrete Schritte wurden damals aber nicht vereinbart. Ein zweiter Gipfel in Hanoi im Februar scheiterte, da es keinerlei Annäherung gab. Seither herrscht in den Atomgesprächen zwischen Washington und Pjöngjang Stillstand.

Trump sieht beträchtliche Fortschritte

Die USA verlangen von Nordkorea den Verzicht auf Atomwaffen, Nordkorea will die Aufhebung von Sanktionen. Noch vor wenigen Tagen hatte Nordkorea im Atomstreit mehr Entgegenkommen von den USA gefordert. Das Zeitfenster für neue Gespräche schrumpfe. Es gebe beträchtliche Fortschritte mit Nordkorea, sagte Trump. "Ich denke, ich verstehe Kim und das kann manchmal zu etwas Gutem führen." Ob es einen dritten Gipfel geben werde, hänge von dem aktuellen Treffen ab, hatte Südkoreas Präsident Moon Jae zuvor bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Trump in Seoul gesagt. Er hatte Trump in die entmilitarisierte Zone begleitet.

Trump war am Samstagabend vom G20-Gipfel in Osaka zu Gesprächen mit Moon nach Südkorea geflogen. Er habe viel Zeit und sei nicht in Eile ein Abkommen mit Nordkorea zu erzielen, sagte Trump. Vor der Zusammenkunft mit Kim hatte Moon Trump die demilitarisierte Zone zwischen Nord- und Südkorea gezeigt. Von einem Wachposten aus blickten sie vom Süden in den Norden. Sie kamen auch mit dort stationierten Soldaten zusammen. Trump hatte die Grenze schon 2017 besuchen wollen, damals hatte Nebel die Reise jedoch verhindert.

An der vier Kilometer breiten und 250 Kilometer langen Grenze verlief im Koreakrieg die Front. Der 1950 ausgebrochene Konflikt endete 1953 mit einem Waffenstillstand.

Quelle: n-tv.de, aeh/AFP/dpa/rts

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