Politik

Erst "Versager", jetzt "großartig" Trump und Romney plötzlich harmonisch

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Trump (l.) könnte Romney ins Kabinett holen.

(Foto: AP)

Mitt Romney war im US-Wahlkampf ein scharfer Kritiker von Donald Trump. Doch nun treffen sich die beiden Republikaner zum Plausch im Golfklub des künftigen Präsidenten. Ob Romney Außenminister wird, bleibt unklar.

Der designierte US-Präsident Donald Trump hat sich mit Ex-Gouverneur Mitt Romney getroffen. Nach dem etwa 90-minütigen Gespräch in Trumps Golfklub in New Jersey blieb offen, ob die beiden Republikaner dabei auch eine mögliche Berufung Romneys zum Außenminister erörterten.

Romney sagte im Anschluss, er habe sich mit Trump über die Weltpolitik ausgetauscht. Er sprach von einer "gründlichen und tiefgreifenden Diskussion" über verschiedene internationale Themen. Er freue sich auf die künftige Regierung und das, was sie tun werde.

US-Medien haben den gemäßigten früheren Gouverneur von Massachusetts in den vergangenen Tagen als einen von mehreren Anwärtern auf den Posten des US-Chefdiplomaten gehandelt. Als möglich galt aber auch, dass die Einladung an Romney lediglich als demonstrative Geste der Versöhnung gedacht war.Trump erklärte, das Treffen sei "großartig" gewesen.

Der künftige Präsident und Romney hatten bei dem Treffen starke Missstimmungen auszuräumen. Im Wahlkampf waren beide massiv übereinander hergefallen. So kritisierte Romney Trump als "Betrüger", "unehrlich", "raffgierig", "schikanös" und als "drittklassigen Showman". Der frühere Gouverneur von Massachusetts warf ihm zudem vor, Muslime und mexikanische Einwanderer zu "Sündenböcken" zu machen. Der Multimilliardär seinerseits nannte Romney unter anderem einen "Versager".

Weitere Kandidaten fürs Außenamt

Der künftige US-Präsident stellt derzeit seine Regierungsmannschaft zusammen. Als künftige Außenminister werden aber auch der frühere New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani, der ehemalige UN-Botschafter der USA, John Bolton, und South Carolinas Gouverneurin Nikki Haley gehandelt. Romney hatte bei der Präsidentschaftswahl 2012 für die Republikaner kandidiert, unterlag damals aber Amtsinhaber Barack Obama.

Der gemäßigte Romney könnte in der künftigen Regierungsmannschaft einen Gegenpol bilden zu den bisher von Trump ausgewählten Hardlinern. Der Immobilienunternehmer benannte bereits den wegen rassistischer Ansichten umstrittenen Senator Jeff Sessions als künftigen Justizminister. Als Nationalen Sicherheitsberater wählte Trump Ex-General Michael Flynn aus. Chef des Auslandsgeheimdienstes CIA soll der Abgeordnete Mike Pompeo werden.

Zuvor hatte Trump unter anderem den umstrittenen früheren Leiter der Website "Breitbart News", Stephen Bannon, zu seinem Chefstrategen gemacht. In einem Interview sagte er danach: "Finsternis ist gut. Dick Cheney. Darth Vader. Satan. Das ist Macht."

Quelle: ntv.de, rpe/AFP/dpa

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