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Kronprinz verantwortlich? Trump verspricht baldigen Khashoggi-Bericht

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Kronprinz Mohammed und Donald Trump im März 2018 im Weißen Haus.

(Foto: imago/UPI Photo)

Die CIA vermutet Saudi-Arabiens Kronprinzen Mohammed bin Salman hinter dem Mord an Jamal Khashoggi. US-Präsident Trump hält diese Einschätzung für verfrüht. Für kommende Woche kündigt er einen Bericht an - und lobt Saudi-Arabien in den höchsten Tönen.

Die US-Regierung will laut Präsident Donald Trump in den kommenden Tagen die Verantwortlichen für den gewaltsamen Tod des regierungskritischen saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi identifizieren. Ein "vollständiger Bericht" darüber, "wer es getan hat", werde am Montag oder Dienstag zum Abschluss gebracht, sagte Trump bei einem Besuch im kalifornischen Malibu. Es war zunächst aber unklar, wer den Bericht erstellt.

Zurückhaltend reagierte Trump auf Erkenntnisse des Geheimdienstes CIA, wonach Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman den Mord an Khashoggi angeordnet hat. Trump nannte diese Einschätzung verfrüht. Trump bezeichnete es als möglich, dass die CIA den Kronprinzen für den Verantwortlichen in der Angelegenheit halte. Nach Auskunft von Personen, die mit der Sache vertraut sind, hat die CIA die US-Regierung sowie den Kongress über ihre Einschätzung im Fall Khashoggi bereits informiert. Saudi-Arabien bestreitet dagegen eine Verstrickung des Kronprinzen in den Tod des Journalisten.

Zuvor hatten die "Washington Post" und die "New York Times" berichtet, der US-Geheimdienst CIA gehe davon aus, dass der Kronprinz Khashoggis Ermordung in Auftrag gegeben habe. Trump telefonierte daraufhin mit CIA-Chefin Gina Haspel und Außenminister Mike Pompeo, wie seine Sprecherin Sarah Sanders mitteilte.

Vor Trumps Äußerungen hatte die US-Außenamtssprecherin Heather Nauert zu den Berichten gesagt, die US-Regierung habe in dem Fall noch keine "definitive Schlussfolgerung" gezogen. "Zahlreiche Fragen" seien noch offen, hob sie hervor. Die US-Regierung arbeite daher weiter mit anderen Staaten zusammen, um die Beteiligten zur Rechenschaft zu ziehen. Derweil werde "die bedeutende strategische Beziehung zwischen den USA und Saudi-Arabien" aufrechterhalten.

"Wirklich spektakulärer Verbündeter"

Auch Trump hatte am Samstag die Bedeutung der Beziehungen zu Riad hervorgehoben. Saudi-Arabien sei ein "wirklich spektakulärer Verbündeter", der seinem Land "viele Jobs" und "wirtschaftliche Entwicklung" gebracht habe, sagte er. Als US-Präsident müsse er "viele Dinge berücksichtigen".

Khashoggi, der zuletzt als Kolumnist für die "Washington Post" gearbeitet hatte, war am 2. Oktober verschwunden, nachdem er Saudi-Arabiens Konsulat in Istanbul betreten hatte. Nach wochenlangen Dementis hatte Saudi-Arabien unter internationalem Druck schließlich zugegeben, dass Khashoggi in dem Konsulat zu Tode kam, dies jedoch zunächst als Folge eines Streits dargestellt. Erst später gab Riad indirekt zu, dass Khashoggi von Agenten des Königreichs vorsätzlich getötet wurde.

Die EU pocht unterdessen auf zusätzliche Aufklärung durch Saudi-Arabien. Das Auswärtige Amt in Berlin gab über Twitter bekannt, Minister Heiko Maas und seine europäischen Amtskollegen hätten eine entsprechende Erklärung der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini vereinbart. Eine weitere Klärung zu den Umständen des "schrecklichen Verbrechens" sei nötig.

Quelle: n-tv.de, lou/AFP/rts

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